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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Anfänge deutscher abwehrkonzeptionen im westen: kompetenzstreitigkeiten



- nach erfolgreichem Abschluss des Westfeldzuges neue Aufgaben für deutsche Wehrmacht im Westen  Küstenverteidigung
- Pläne für amphibische Landungsoperation \"Seelöwe\" mit dem Ziel der Eroberung Englands
- Kriegsmarine führte Seekrieg gegen England fort, Luftwaffe begann mit \"Luftschlacht um England\" (war jedoch nicht erfolgreich)  Invasionspläne hinfällig
- Ende 1940 Gerd von Rundstedt zum Oberbefehlshaber West ernannt
 von Rundstedt stellt fest, dass die Abwehr feindlicher Angriffe durch die fehlende Führungsorganisation erschwert ist
- März 1941 Organisation noch mehr erschwert durch Operation \"Barbarossa\" (Verlegung einzelner dt. Truppen von Frankreich in den Osten)
 neue Verteidigungsstrategie nötig - Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) zu einheitlicher Befehlsführung (Konzentration auf alliierte Landungsversuche)
- Unterscheidung zwischen Marine- und Heeres-Küstenverteidigung  Heer und Marine verwirklichten unabhängig voneinander völlig unterschiedliche Verteidigungskonzepte
- *unklare Befehls- und Unterstellungsverhältnisse von Hitler gezielt veranlasst um seine Stellung als absoluter Führer beizubehalten
 andere militärische Führer = degradierte Befehlsempfänger
 Abneigung Hitlers Befehlsgewalt weiterzureichen führte im gesamten Krieg zu Problemen
- seit Angriff auf Sowjetunion rechnete OKW mit britischer Entlastungsinvasion an europäischer Küste  Befehl zum Ausbau der atlantischen Küsten (vom Nordkap bis spanische Grenze) mit \"neuem Westwall\" (Atlantikwall) um zweite Front zu verhindern
- vorzugsweise ältere, unflexible Divisionen zur Bewachung des Atlantikwalls (Abschnitte von 15 bis 20 km)
- 1941/42 Konferenz von Washington: Übereinkunft von Roosevelt und Churchill Stalins Gesuch nach einer \"Zweiten Front\" nachzukommen
- amerikanisches War Department (unter General Eisenhower) plant Operation \"Bolero\" (Invasion einer Armee von einer Million Soldaten an französischer Küste)
 Ausbau dieser Idee: Invasion mit Decknamen \"Round-up\" wird für Frühjahr 1943 festgelegt  mehrere kleine Aufklärungsmissionen ("Raids") bereiten Aktion vor
- \"Raids\" und Aubau versorgungstechnisch wichtiger Häfen auf alliierter Seite liefern Deutschen Anhaltspunkte dass engste Stellen (Calais/Dover) besonders gefährdet sind

 starker Ausbau
- Hitler ordnet im September 1942 an, bis Sommer des Folgejahres 15.000 Befestigungswerke zu erstellen, v.a. zur Verteidigung der Kanalküste (15-20 Bunker auf jeden km aus technischen Gründen nicht durchführbar in dieser kurzen Zeitspanne, nur am Pas de Calais und einigen anderen Orten zu Festungen ausgebaut [große Mengen an Material + Truppen])
- deutliche Bauintensivierung des Atlantikwalls (ab Mitte Mai 1942 monatlich Verbauung von ca. 500.000 m3 Eisenbeton; Arbeitskräfte freiwillig und zwangsverpflichtete einheimische Bevölkerung ca. 260.000 Mann  Anteil der deutschen Arbeiter: 10%
- trotzdem nur langsames Bauen durch Nachschubprobleme
- Führerweisung \"Befehlsbefugnisse an den Küsten\" (23.3.1942): erhöhte Aufklärung von Luftwaffe + Marine an Küste um frühzeitig alliierte Unternehmungen abzuwehren, Schlechtwetterbedingte stetige Abwehrbereitschaft
- unklare Kompetenzlage: nutzlose Verschwendung von Arbeitskraft + Material bei grundlegend verschiedener Anlage von Heeres- und Marineküstenartilleriestellungen
unklare Formulierung in Führerweisung: bei alliierter Invasion sollte Kriegsmarine Feind auf dem Wasser abwehren; Heer sollte den Gegner abwehren, wenn an Land
 völlig unklar wann die Befehlsgewalt über Artillerie auf das Heer überzugehen hatte; Luftwaffe (inkl. Flakgeschütze) entzog sich jeglicher Kontrolle
- Anfang 1943 steigende Diskrepanz zwischen ungenügendem Ausbau des Atlantikwalles u. ständig wachsenden alliierten Truppenkontingenten (zu diesem Zeitpunkt bereits 32 Infanteriedivisionen, 12 Panzerdivisionen, 3 Luftlandedivisionen, 2800 Jäger, 3900 Kampfflugzeuge, 1000 Aufklärer für Invasion)  verstärkte Bedrohung
- Auf Rundstedts Denkschrift vom 25.10.1943 zu grundlegenden Mängeln folgt Hitlers Führerweisung Nr. 51 vom 03.11.1943:
\"Die Gefahr im Osten ist geblieben, aber eine größere im Westen zeichnet sich ab: die angelsächsische Landung! Im Osten lässt die Größe des Raumes äußersten Falles einen Bodenverlust auch größeren Ausmaßes zu, ohne den deutschen Lebensnerv tödlich zu treffen. Anders im Westen! Gelingt dem Feind hier ein Einbruch in unsere Verteidigung in breiter Front, so sind die Folgen in kurzer Zeit unabsehbar. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass der Feind spätestens im Frühjahr, vielleicht aber schon früher, zum Angriff gegen die Westfront Europas antreten wird. Ich kann es daher nicht mehr verantworten, dass der Westen zu Gunsten anderer Kriegsschauplätze weiter geschwächt wird. Ich habe mich daher entschlossen, seine Abwehrkraft zu verstärken, insbesondere dort, von wo wir den Fernkampf gegen England beginnen werden. Denn dort muss und wird der Feind angreifen [...]. Mit Fesselungs- und Ablenkungsangriffen an anderen Fronten ist zu rechnen.\"
 Konsequenz: Rundstedt erhält Befehlsgewalt über Panzer-, Sturmgeschütz- u. Panzerjägereinheiten
- Ende 1943 drastische Verschlechterung der politische Lage Deutschlands
 Italien war aus Kampffront gegen Alliierte ausgeschieden / Türkei näherte sich alliierter Seite an / von Japan keine Hilfe auf europäischem Kriegsschauplatz / Loyalität Ungarns, Rumäniens u. Bulgariens bröckelten
 Hitler hoffte auf den Bruch des Bündnisses der Westmächte mit Sowjetunion
 Verteidigung des Deutschen Reiches oberste Priorität
- *Abwehr einer alliierten Invasion sehr bedeutende Stellung
 Generalfeldmarschall Rommel wurde nach Fontainebleau versetzt, inspizierte Verteidigungsanlagen und verbesserte Verteidigungsstrategien
 Konflikte mit Oberbefehlshaber West, als Rommel versuchte eigene Abwehrvorstellungen durchzusetzen (Mitarbeiter Rommels)
\"Das Hin und Her der Ansichten über die beste Art der Verteidigung zeigte sich darin, dass man Bunker am Strand von Fécamp zugemauert hatte, in Dieppe unbesetzt ließ. Südlich der Somme-Mündung fanden wir später sogar einige, die gesprengt worden waren, als ein neuer Kommandant die Hauptkampflinie auf einen Höhenzug einige Kilometer vom Strande zurückverlegt hatte.\"

 
 

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