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Landwirtschaft

Landwirtschaft in der ddr





In Deutschland bedeutet Landwirtschaft nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit wertvollen Nahrungsmitteln, sondern auch die Gestaltung einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit lebenswichtigen Sozialfunktionen für Stadt und Land. Jeder achte Arbeitsplatz hängt in Deutschland von der Landwirtschaft ab. Die deutsche Agrarwirtschaft liegt beim Export an vierter Stelle in der Welt. Die heimische Landwirtschaft ist somit eine Mehrzweckwirtschaft. Sie sichert die Ernährung, sorgt für ein lebenswertes Umfeld, liefert nachwachsende Rohstoffe als Energie- bzw. Baustoffträger und gibt Menschen in vor- und Nachgelagerten Wirtschaftsbereichen Arbeit, beispielsweise in der Ernährungswirtschaft und Gastronomie.

     Die Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland ist ein anschauliches Beispiel für die wechselseitigen Beziehungen von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Raumstruktur: Nach dem zweiten Weltkrieg hatten, bestimmt durch die jeweilige Staatsideologie, getrennte Entwicklungen in den beiden Teilen Deutschlands begonnen. Nach wenigen Jahrzehnten waren zwei unterschiedliche Agrarsysteme entstanden, die sich auch aus der Weltraumperspektive erkennen lassen. Die unterschiedlichen Größen der landwirtschaftlichen Schläge (einzelnes Feldstück) sind jedoch nur ein äußeres Ergebnis der getrennten Entwicklung. ( Buch) Nach der politischen Vereinigung Deutschlands begann 1990 nun wiederum ein Wandlungsprozess, der in den neuen Ländern zu tief greifenden Veränderungen der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen, der Betriebssysteme und der Raumstruktur geführt hat. Zusätzlich beeinflussen der gemeinsame Agrarmarkt und die Agrarpolitik der EU mit ihren vielfältigen Vorgaben, Hemmnissen und Förderungen die Landwirtschaft in den alten und in den neuen Ländern. Die Gunst- und Ungunsträume für die Landwirtschaft sind in den westlichen und östlichen Teilen Deutschlands in etwa gleich verteilt, auch die Betriebsformen waren vergleichbar.

     Die Nutzungsmuster hatten sich bis 1945 den naturräumlichen Voraussetzungen und den gemeinsamen agrarpolitischen Vorgaben angepasst. Auch die Hektarerträge und der Viehbesatz waren ähnlich hoch. Allerdings waren die Betriebsgrößen stark unterschiedlich. Landwirtschaft in der DDR bis 1990 58 % der gesamten DDR-Grundfläche wurde landwirtschaftlich genutzt (76% Acker {Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Futterpflanzen}, 20% Grünland, Gemüseanbau, Obst). Bei der Viehhaltung und -zucht dominierten Rinder und Schweine, einige Gestüte und Geflügel. Außerdem wurde in nennenswertem Umfang Hochsee- und Binnenfischerei sowie Forstwirtschaft gepflegt.

     Im Osten gab es viel mehr Großbetriebe, was sich durch die Ostkolonisation und das Bauernlegen seit dem 16. Jahrhundert erklärt, also der Zerschlagung bäuerlicher Familienbetriebe und das Einziehen der Hofstellen durch den Grund- und Gutsherrn. Die Landwirtschaft in der DDR war fest eingebunden in die ideologischen Leitlinien des Marxismus- Leninismus, die politische und wirtschaftliche Macht lag in den Händen der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Die Produktionsmittel sollten Eigentum des Staates oder der Genossenschaften sein, und wie in der Industrie sollten Großbetriebe vorherrschen. Die Entwicklung: 1945- 1952: Bodenreform: Im Zuge der Bodereform wurden Großgrundbesitzer mit Betrieben von mehr als 100 Hektar Betriebsfläche (in Mecklenburg war dies fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche) und Nazi-Aktivisten entschädigungslos enteignet. Zwei Drittel davon gingen an Privateigentümer, überwiegend ehemalige Landarbeiter oder landarme Bauern und Umsiedler, ein Drittel an Volkseigene Güter, die als staatliche Musterbetriebe konzipiert waren.

     1952- 1960: Kollektivierung: Die Privatbetriebe wurden, anfangs freiwillig, später unter immer massiverem Druck in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften überführt. In den LPGs schließen sich die Werktätigen der Landwirtschaft zur gemeinsamen Produktion zusammen, um die moderne Technik und die Erkenntnisse der fortgeschrittenen Agrarwissenschaft voll nutzen zu können. Durch die Bildung von LPG wurde die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in der Landwirtschaft beseitigt. Das Bestehen von LPG schafft zugleich die Voraussetzungen, um die Rückständigkeit des Dorfes gegenüber der Stadt in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht schrittweise zu überwinden. Neue, sozialistische Lebensbedingungen bildeten sich heraus. Drei Typen der LPG: In der LPG Typ I wird von den Mitgliedern das Ackerland zur gemeinsamen Nutzung eingebracht.

     Auf Beschluss der Mitgliederversammlung können auch Wiesen, Weiden und der Wald in die Genossenschaft eingebracht werden. Die gesamte Viehwirtschaft bleibt in individueller Nutzung. In der LPG Typ II werden außer dem Ackerland auch die Zugtiere und die für die genossenschaftliche Produktion in der Feldwirtschaft notwendigen Maschinen und Geräte in die LPG eingebracht. Die Zugtiere, Maschinen und Geräte werden dem einbringenden Mitglied im Laufe einiger Jahre von der LPG bezahlt. In der LPG Typ III werden von den Mitgliedern alle land-, forst- und wasserwirtschaftlich nutzbaren Flächen, die Zug-, Zucht- und Nutztiere und die landwirtschaftlichen Maschinen, Geräte und Gebäude, soweit sie für die genossenschaftliche Produktion verwendbar sind, zur genossenschaftlichen Nutzung eingebracht . Der eingebrachte Boden bleibt in allen 3 Typen Eigentum des Einbringers: hierfür erhält er Bodenanteile.

     Die LPG hat das Nutzungsrecht am Boden. Daneben gab es weiterhin VEG. Volkseigenen Gütern Nach 1960: Der Übergang zur "industriemäßigen Produktion" sollte durch die weitere Zusammenfassung von LPG und VEG in solche der Pflanzen- oder der Tierproduktion erreicht werden, sowie durch die Errichtung von Agrar- Industrie- Vereinigungen. Neben diesen Hauptphasen der Landwirtschaft in der DDR gab es immer wieder Veränderungen der Produktion, die beispielsweise auch die weitgehende Spezialisierung teilweise wieder rückgängig machen sollten, weil die Reibungsverluste zwischen den weit auseinander liegenden Standorten gleicher Produktion zu groß waren oder weil die naturräumlichen Gesichtspunkte zu wenig beachtet wurden. Später sah man in der ständigen Vergrößerung der betrieblichen Einheiten auch Nachteile, so dass beispielsweise auch die Stallkapazitäten wieder vermindert wurden. Auch die Schlaggrößen in der Pflanzenproduktion wurden teilweise verkleinert und die Fruchtfolgen stärker an die naturräumlichen Standortbedingungen angepasst.

     Ab 1984 waren die Betriebe auch unter erheblichem ökonomischen Druck, mussten sie doch höhere Preise für ihre Produktionsmittel bezahlen ohne ihre Agrarpreise frei gestalten zu können. Die stattlich festgesetzten Preise für Grundnahrungsmittel hatten sich seit 1970 nicht mehr verändert: Weißbrot kostete 1989 immer noch 1 Mark pro kg, der Liter Trinkmilch war sogar um 2 Pfennige billiger geworden. (1989: 0,34 Mark) Trotz maschinengerechter großer Schläge und trotz vergleichbarem Mineraldüngereinsatz waren die Produktionsergebnisse in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik sehr unterschiedlich. Die Maschinen Waren mit denen im Westen nicht konkurrenzfähig, die Ersatzteilversorgung war außerdem häufig unzureichend. Die Produktivität der Landwirtschaft in der DDR war zudem durch psychologische Faktoren belastet: Motivation und Einsatzbereitschaft der Genossenschaftsmitglieder waren sicherlich geringer als das Engagement privater Bauern, die ihre Betriebsabläufe und ihre ökonomischen Chancen in erheblichem Maß selbst bestimmen können. Außerdem war die Arbeitsproduktivität durch den hohen Verwaltungsaufwand und bürokratische Regelungen bei diesen großen Einheiten belastet.

     Ökologische Rücksichtnahmen hat es in dieser Zeit kaum gegeben. So hatten die großen Schläge auch Nachteile, da Baumreihen zum Windschutz häufig fehlten. Die Winderosion schädigte fast die Hälfte der Schwarzerdegebiete in der Magdeburger Börde. Die DDR hat bei niedrigen und stabilen Preisen stets die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln gewährleistet. Außerdem wurden die ländlichen Räume mit einem gut ausgebauten Netz von Einrichtungen der Ausbildung und der Gesundheitspflege ausgestattet. Auch die Verkehrsinfrastruktur wurde erheblich verbessert.

    

 
 




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