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Facharbeit - braunkohle (speziell tagebau jänschwalde)



1. Entstehung von Braunkohle ( Inkohlung ) Als Inkohlung wird der natürliche Prozess der Entstehung von Kohle bezeichnet. Bis heute ist es nicht gelungen, diesen Prozess restlos zu verstehen und zu begreifen. Die Inkohlung führt in Zeiträumen von Jahrmillionen von frischem Pflanzenmaterial zu Huminsäuren und Torf, dann über Braunkohle und Steinkohle zum Anthrazit, in einzelnen Fällen sogar zum Graphit. Der Anteil an Wasser und flüchtigen Bestandteilen nimmt dabei laufend ab, sodass der relative Anteil an Kohlenstoff zunimmt, der im Graphit nahezu 100 % beträgt. Die Inkohlung findet in zwei verschiedenen Phasen statt.

     Direkt nach dem Absterben der Pflanze setzt die biochemische Phase ein, die Vertorfung. Nach Absterben der Pflanzenteile beginnt die Umkehrung der Prozesse, die zu Lebzeiten in der Pflanze stattfanden. Mikroorganismen bauen zuerst Kohlenhydrate und Proteine, schließlich auch Zellulose und Lignin ab. Insbesondere durch die komplexe und teilweise unbekannte chemische Struktur der Lignine und Huminstoffe, die an diesen Prozessen beteiligt sind, ist eine genaue chemische Darstellung der Prozesse nicht bekannt. Während dieser ersten Phase nimmt der Kohlenstoffgehalt rasch von ca. 40 % auf über 60 % zu.

     Durch das kontinuierliche Ablagern neuer Pflanzenteile wird der Torf zusammengepresst und entwässert. Mit zunehmender Tiefe (ca. 15 m) verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Mikroorganismen und die weitere Inkohlung wird abiotisch, also ohne die Einwirkungen von Bakterien oder anderen Mikroorganismen, fortgesetzt. Durch den zunehmenden Einfluss der Erdwärme beginnt danach die geochemische Phase der Inkohlung, die hauptsächlich durch die Temperatur- und Druckverhältnisse beeinflusst wird, welche am Inkohlungsort herrschen und teilweise wirken diese Einflüsse auf die Qualität der Braunkohle und die daraus resultierenden Abbaubedingungen, wie zum Beispiel die Dicke der einzelnen Braunkohleschichten oder die Suche nach abbaufähiger und profitabler Braunkohle. In dieser zweiten Phase nimmt der Wassergehalt weiter ab. Von 75% Wasser am Übergang von Torf zu Braunkohle bis auf 10% des Wasseranteiles an der Grenze des Inkohlungsprozesses von der Braunkohle zur Steinkohle.

     Der Kohlenstoffanteil nimmt durch die Abgabe von Wasser, Kohlenstoffdioxid und Methan weiter zu. Während in junger Braunkohle noch Zellulose und Lignin zu finden ist, verschwindet mit weiterem Fortschreiten des Prozesses zuerst die Zellulose und am Übergang zur Steinkohle auch das Lignin. Im Steinkohlestadium ist die Abspaltung von Methan bestimmend, es werden aber auch zunehmend komplexere Kohlenwasserstoffe abgespalten, also Hydroxyl-, Carboxyl-, Methoxyl- und Carbonylgruppen. Während Torf gekennzeichnet ist durch seinen locker, bröckeligem Boden und die vielen eingelagerten Pflanzenresten sind noch ganz andere sichtbare petrographische Veränderungen beim Prozess der Inkohlung anzutreffen. Im Gegensatz dazu ist die Weichbraunkohle dichter und fester als Torf und besitzt häufig eingeregelte Pflanzenteile, welche zu einer hell- bis dunkelbraun gefärbten Schichtung der Braunkohle führt. Eine weitere Form in der Inkohlung ist die Mattbraunkohle, welche fest ist mit kaum sichtbaren Pflanzenteilen und eine dunkelbraune bis schwarze Färbung angenommen hat.

     Die Glanzbraunkohle ist gegenteilig dazu ein festes Gefüge mit muscheligem Bruch und Pechglanz an den Bruchkanten. Sie ist charakteristisch mit ihrer schwarzen Farbe, besitzt aber im Gegensatz zu den Steinkohlen einen braunen Strich. Die verschiedenen Steinkohlen sind jeweils feste Gefüge bei denen keine Pflanzenstrukturen zu erkennen sind. Hier sind auch ein Wechsel von matten und glänzenden Lagen sowie die schwarze Farbe der Kohle und des Striches charakteristisch. 2. Die Energiewirtschaft Deutschlands In dem Jahr 2004 wurden in Deutschland 181,9 Millionen Tonnen Braunkohle gewonnen.

     Diese Fördermenge entspricht einem Heizwert von 56,6 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Damit ist die Braunkohle zu 43,6 Prozent an der Primärenergiegewinnung in Deutschland beteiligt und ein wichtiges. Weiterhin trugen folgende Energieträger zur inländischen Primärenergiegewinnung bei: Steinkohle mit 26,7 Mio. t SKE, Erdgas mit 21,1 Mio. t SKE, Mineralöl mit 5,1 Mio.

     t SKE, Wasserkraft mit 2,5 Mio. t SKE, Windenergie mit 3,1 Mio. t SKE sowie sonstige Energieträger mit 14,6 Mio. t SKE. Die gesamte inländische Energiegewinnung belief sich auf 129,7 Mio. t SKE.

     Sie deckte 26 Prozent des Primärenergieverbrauchs in Deutschland, der 492,6 Mio. t SKE betrug. Deutschland ist somit in erheblichem Maße auf die Einfuhr von Energie angewiesen. Eine überproportional hohe Importquote von 97 Prozent besteht bei Mineralöl, dem - gemessen am gesamten Verbrauch - bedeutendsten Energieträger. Vier Fünftel des Erdgasverbrauchs werden durch Lieferungen aus dem Ausland gedeckt. Bei Steinkohle beträgt der Einfuhranteil etwa 60 Prozent.

     Demgegenüber ist die Importquote bei Braunkohle mit 0,1 Prozent sehr niedrig und nicht vergleichbar. Wasser und Windkraft sind in vollem Umfang der Inlandsgewinnung zuzuordnen. Bei der Kernenergie besteht zwar mit 100 Prozent statistisch die höchste Einfuhrabhängigkeit. Trotzdem kann der Kernenergie angesichts der in Deutschland vorgehaltenen Brennstoffvorräte mit mehrjähriger Reichweite unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit der gleiche Stellenwert beigemessen werden wie heimischen Energieträgern. Bei entsprechender Berücksichtigung der Kernenergie ergibt sich für das Jahr 2004 eine Energie-Importquote von 61 Prozent. Der beste Weg um die Bedeutung der Braunkohle in die Energiewirtschaft Deutschlands einzuordnen, ist ihren Anteil am Primärenergieverbrauch der Bundesrepublik zu betrachten.

     Der Primärenergieverbrauch (PEV) an Braunkohle betrug 2004 rund 56,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Dies entspricht einem Anteil von 11,4 Prozent am gesamten PEV der Bundesrepublik Deutschland von 492,6 Millionen Tonnen SKE. Damit steht die Braunkohle in der deutschen Energieverbrauchsbilanz hinter dem Mineralöl mit 36,4 Prozent, Erdgas mit 22,4 Prozent, Steinkohle mit 13,5 Prozent und Kernenergie mit 12,6 Prozent an fünfter Stelle. Erneuerbare Energien halten 3,6 Prozent. 0,1 Prozent entfallen auf sonstige Energieträger. Nach diesen Zahlen würde man denken, dass die Braunkohle zwar ein Standbein der deutschen Energiewirtschaft ist, aber ihre Bedeutung im Bezug auf die anderen fossilen bzw.

     erneuerbaren Energiequellen relativ gering ist. Dieses jedoch stimmt nur zum Teil, weil ich der Meinung bin, dass die Braunkohle als einziger fossiler Brennstoff, an dem die Energiewirtschaft in Deutschland eine sehr niedrige Importquote von nur 0,1 Prozent halten kann, mehr Bedeutung schenken würde. Die Braunkohle spielt auch eine große Rolle im Stromerzeugungsmix der deutschen Wirtschaft. Die Kraftwerke sind der wichtigste Einsatzbereich der Braunkohle. 2004 wurden 167,4 Mio. t aus inländischer Förderung an Kraftwerke und Heizkraftwerke der allgemeinen Versorgung abgesetzt.

     Das entsprach 92 Prozent der gesamten Gewinnung. Damit gehört die Braunkohle, neben Kernenergie und Steinkohle, zu den Säulen der deutschen Stromversorgung. Angesichts eines künftig rückläufigen Beitrags von der Kernenergie und der deutscher Steinkohle zur Stromerzeugung gewinnt die Braunkohle als einziger heimischer Energieträger, der ohne Subventionen ausreichend verfügbar ist, an Bedeutung. Im Einzelnen sind die Zukunftsaussichten der Braunkohle vor dem Hintergrund folgender Perspektiven in der Stromerzeugung zu sehen. Als erstes wird ein noch leicht wachsender Strommarkt erwartet. So rechnen vorliegende aktuelle Prognosen für die nächsten Jahrzehnte in Deutschland mit einem jahresdurchschnittlichen Anstieg des Elektrizitätsverbrauchs von 0,5 Prozent.

     Am 14. Juni 2000 hatten sich die Bundesregierung und die Energiewirtschaft auf eine zeitliche Begrenzung der Laufzeit der in Deutschland bestehenden Kernkraftwerke verständigt. Gemäß dieser Vereinbarung wird die Strombereitstellung aus Kernenergie künftig deutlich zurückgehen, weil mit Verabschiedung des Atomgesetzes vom 22. April 2002 bereits abgeschlossen ist und angesichts rückläufiger gestalteter Subventionen für die deutsche Steinkohle wird sich ihr Einsatz in den nächsten Jahren auch immer weiter verringern. Der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung konzentriert sich in Deutschland auf Spitzenlastkondensationskraftwerke sowie kundennahe KWK-Anlagen im kommunalen Bereich und in der Industrie. In der Grundlaststromerzeugung, für die bevorzugt Kernenergie und Braunkohle genutzt werden, ist der Einsatz von Erdgas in Deutschland bisher nicht relevant.

     Öl spielt in der deutschen Stromerzeugung praktisch keine Rolle. Importsteinkohle wird künftig immer mehr verstärkt genutzt werden müssen. Der Ersatz wettbewerbsfähiger Inlandsenergie durch Importmengen wäre aber mit einer Verlagerung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen ins Ausland verbunden. Erneuerbare Energien halten gegenwärtig einen Anteil von rund 9 Prozent an der Stromerzeugung. Auch bei Realisierung der politisch angestrebten Vergrößerung des Beitrags von Wasser, Wind, Sonne und Biomasse bis 2020 bleibt der Anteil der erneuerbaren Energien auch 2020 noch auf etwa 8 Prozent gemessen am Primärenergieverbrauch und auf 20 Prozent gemessen an der Stromerzeugung in Deutschland begrenzt. Vor diesem Hintergrund ist ein langfristig stabiler Beitrag der Braunkohle zur Stromerzeugung geboten.

     3. Das Lausitzer Braunkohlerevier Das Lausitzer Braunkohlerevier befindet sich im Bundesland Brandenburg und erstreckt sich nördlich der Stadt Cottbus. Das Flöz liegt hier im Tagebau Cottbus-Nord in etwa 32-45 Metern Tiefe und ist 8-10 m mächtig. Im Tagebau Jänschwalde ist das Flöz etwa 10-12 m mächtig und befindet sich in einer Tiefe von 45-95 Metern. Ca. 17 Millionen Tonnen Braunkohle fördert der Tagebau Jänschwalde und ca.

     7 Millionen Tonnen der Tagesbau Cottbus-Nord jährlich. Die gesamten Braunkohlenvorkommen in Deutschland belaufen sich auf etwa 77 Milliarden Tonnen. In den genehmigten und erschlossenen Tagebauen sind etwa 6,5 Milliarden Tonnen verfügbar. Die Lagerstätten sind im Wesentlichen in drei Regionen konzentriert. Dies sind das Rheinland, die Lausitz und das Gebiet zwischen Helmstedt und Leipzig/Halle, welches als mitteldeutsches Braunkohlerevier bekannt ist. Im Rheinland wird eine 6 bis 17 Millionen Jahre alte miozäne Braunkohle abgebaut.

     Die Lagerstätten erstrecken sich im Städtedreieck Köln, Aachen und Mönchengladbach über eine Fläche von 2.500 km². Der geologische Vorrat an Braunkohle beträgt etwa 55. Milliarden Tonnen. Damit repräsentiert das rheinische Revier das größte geschlossene Braunkohlenvorkommen in Europa. Große Teile davon gelten als technisch und wirtschaftlich gewinnbar.

     Der Braunkohlenvorrat in den staatlich genehmigten Tagebauen beläuft sich auf 3,8 Milliarden Tonnen. Aus diesen Abbaufeldern kann das heutige Förderniveau über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren aufrechterhalten und für diesen Zeitraum gesichert werden. Die Bildung der Braunkohle des Lausitzer Reviers begann vor 15 bis 20 Mio. Jahren. Die Lagerstätten beinhalten einen geologischen Braunkohlenvorrat von mehr als 12 Milliarden Tonnen. Davon gelten große Teile als wirtschaftlich gewinnbar.

     In den erschlossenen und geplanten Tagebauen lagern etwa 2,1 Milliarden Tonnen. Die derzeitige Braunkohlenförderung lässt sich damit ebenfalls die nächsten rund 40 Jahre sichern und fortsetzen. Die Entstehung der mitteldeutschen Braunkohle erstreckt sich über eine Zeitspanne, welche von 23 Millionen Jahre bis zu 45 Millionen Jahre zurückreicht. Die Lagerstätten umfassen 10 Milliarden Tonnen an geologischen Vorräten. Aus mitteldeutschen, erschlossenen und geplanten Tagebauen können 0,6 Milliarden Tonnen Braunkohle gewonnen werden. Die Reichweite dieser Vorräte beträgt noch etwa 35 Jahre.

     Chemisch gesehen setzt sich die deutsche Rohbraunkohle mit den nach Revieren und Flözen jeweils abweichenden Parametern aus etwa 55 Prozent Wasser, 5 Prozent Asche und 40 Prozent Reinkohlengehalt zusammen. Die wasser- und aschefreie Rohkohle, welche auch als Reinkohle bezeichnet wird, besteht zu gut zwei Drittel aus Kohlenstoff; weitere wesentliche Elemente sind Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Insbesondere der relativ hohe Wassergehalt bedingt einen - im Vergleich zu anderen Energieträgern - niedrigeren Heizwert. Der durchschnittliche Heizwert der 2004 in Deutschland geförderten Rohbraunkohle betrug 9.116 kJ/kg. Im rheinischen Revier wurde ein Heizwert von 9.

    080 kJ/kg mit in Zukunft steigender Tendenz ermittelt. In der Lausitz waren es 8.630 kJ/kg. Im mitteldeutschen und im Helmstedter Revier sind Heizwerte in der Größenordnung von 10.500 kJ/kg typisch. Damit entspricht eine Tonne Rohbraunkohle im Durchschnitt dem Heizwert von 0,31Tonnen Steinkohleneinheiten (t SKE).

     Für die Bewertung und Nutzung von Braunkohlenlagerstätten kommen neben dem Heizwert, der Asche und dem Schwefelgehalt wesentliche Bedeutung zu. Der natürliche Schwefelgehalt der rheinischen Rohbraunkohle beträgt im Mittel 0,3 Prozent. In der Lausitz, deren Vorkommen ebenfalls zu den jüngeren miozänen Braunkohlen zählen, liegt der Schwefelgehalt bei 0,3 bis 1,1 Prozent. Die älteren aus dem Oligozän stammenden Kohlen Mitteldeutschlands weisen einen Schwefelgehalt von 1,5 bis 2,1 Prozent auf. Die in der Stromerzeugung eingesetzten Braunkohlenkraftwerke verfügen über modernste Feuerungstechniken und umfassende Rauchgasreinigungsanlagen. Damit ist sichergestellt, dass die bei der Verbrennung von Braunkohle entstehenden Emissionen an Schwefeldioxid, Stickoxid und Staub auf ein Minimum reduziert werden und heute deutlich unterhalb der gesetzlichen Vorgaben liegen.

     Die geologischen Verhältnisse dürfen bei so einer Überstellung von Braunkohlelagerstätten nicht fehlen. Das lockere Deckgebirge über der Kohle besteht im Wesentlichen aus Sand, Kies und Ton, sowie im Rheinland und in Mitteldeutschland als oberste Schicht aus Löss mit zum Teil mehreren Metern Mächtigkeit. Diese geologischen Verhältnisse lassen einen wirtschaftlichen Abbau der Braunkohle nur im Tagebaubetrieb zu. Im Einzelnen wird die Wirtschaftlichkeit der Braunkohlengewinnung vornehmlich durch die Tiefenlage der Vorkommen, bergmännisch Teufe genannt, die Mächtigkeit der Flöze, die Zusammensetzung der Deckgebirgsschichten und die Art der Oberflächennutzung, insbesondere die Besiedlung, bestimmt. Im rheinischen Revier wird Braunkohle zurzeit in einer Teufe zwischen 40 und 350 m gewonnen. Die Abbaufelder im Lausitzer und im mitteldeutschen Revier haben eine Teufe zwischen 80 und 120 m.

     Die Flöze sind von unterschiedlicher Mächtigkeit. Sie beträgt im rheinischen Revier zwischen 3 und 70 m. In der Lausitz und in Mitteldeutschland liegt die Mächtigkeit der Flöze zwischen 10 und 30 m. Im Laufe der Zeit, besonders im Verlauf der 90er Jahre haben sich die Fördermengen in den Regionen wie folgt entwickelt. Im Rheinland war die Braunkohlengewinnung durch ein hohes Maß an Stabilität gekennzeichnet. Sie bewegt sich um 100 Millionen Tonnen pro Jahr.

     2004 waren es 100,3 Millionen Tonnen Langfristig wird mit einer Fördermenge in der gleichen Größenordnung wie in den letzten Jahren gerechnet. Im Lausitzer Revier war die Braunkohlenförderung von 195,1 Millionen Tonnen im Jahr 1989 um 74 Prozent auf 51,0 Millionen Tonnen im Jahr 1999 zurückgegangen. Bis zum Jahr 2004 wurde ein Anstieg auf 59,0 Millionen Tonnen verzeichnet. Mittel und langfristig wird die Aufrechterhaltung einer Fördermenge auf dem jetzt erreichten Niveau erwartet. In Mitteldeutschland sank die Förderung von 105,7 Millionen Tonnen im Jahr 1989 um 87 Prozent auf 13,8 Millionen Tonnen im Jahr 1999. Diese Entwicklung war, ebenso wie in der Lausitz, Ausdruck der strukturellen Anpassung der Förderung an den gesunkenen Bedarf.

     Bis zum Jahr 2002 hat sich die Förderung auf 20,0 Millionen Tonnen erhöht. 2004 wurde eine Fördermenge von 20,2 Millionen Tonnen realisiert. In diesem Revier sollen in Zukunft etwa 20 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr abgebaut werden. Im Helmstedter Revier hatte die Förderung in den vergangenen Jahren bei rund 4 Millionen Tonnen/Jahr gelegen. Nach Auskohlung des Tagebaus Helmstedt waren es 2004 noch 2,4 Millionen Tonnen. Im Tagebau Schöningen wird der Abbau bis 2017 fortgesetzt.

     In Bayern wurden 2004 lediglich 23.130 Tonnen Braunkohle abgebaut. Dies entspricht, gemessen an der gesamten Braunkohlengewinnung in Deutschland, einem Anteil von 0,01 Prozent. 4. Braunkohle in der DDR - Widerspruch zwischen einem "gesundem Ökosystem" und wirtschaftlichen Zielen Die Energiepolitik der ehemaligen DDR stand im kompletten Widerspruch zu den umweltpolitischen Zielen der damaligen Zeit. Die Regierung konzentrierte sich darauf den Energiebedarf des Landes hauptsächlich mit heimischen Energieträgern zu decken um auf diesem Sektor Unabhängigkeit zu erlangen und somit war die Braunkohle in der ehemaligen DDR noch bedeutsamer als heute.

     Der Rohstoff Braunkohle als fossiler Brennstoff, welcher zahlreich im Mitteldeutschen Revier um Halle und Leipzig und im Lausitzer Revier um Cottbus und Senftenberg vorhanden war, stellte das wichtigste Standbein der Energieerzeugung der DDR dar. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dieser Rohstoff zum Aufbau einer eigenen Industrie vielfältig eingesetzt. Mit Braunkohlekoks wurde Erz in Hochöfen geschmolzen. Für die Chemische Industrie war Braunkohle wichtigster Rohstoff und auch private Haushalte heizten mit Braunkohlebriketts oder mit Stadtgas, das aus Braunkohle gewonnen wurde. Über 70 Prozent des Energiebedarfs deckte die DDR mit diesem Rohstoff der Braunkohle.

     Um die riesigen Mengen des benötigten Energieträgers zur Verfügung zu stellen, förderten die Tagebaue in der DDR jährlich über 300 Millionen Tonnen Braunkohle. Mit dieser enormen Förderleistung von knapp einem Drittel der weltweiten Gesamtförderung, nahm die DDR den Spitzenplatz in der Braunkohleförderung ein. Doch die Schattenseiten dieser monotonen Energiewirtschaft ließen sich auch damals nicht von der Hand weisen. So lag zum Beispiel des Pro-Kopf Verbrauch eines DDR-Bürgers um 20 Prozent höher als der eines BRD-Bürgers. Dies ist vor allem auf die veraltete Technik wie Kraftwerke mit niedrigem Wirkungsgrad, hohe Netzverluste und auch auf die wenig effiziente Braunkohle, welche im Gegensatz zu anderen fossilen Brennstoffen einen relativ niedrigen Heizwert besitzt, zurückzuführen. Ein sich daraus ergebenes und wesentlich größeres Problem stellt die hohe Umweltbelastung durch die Braunkohleindustrie dar.

     So verunreinigen die Kraftwerke, die Industrieanlagen, der private Haushalt und der Verkehr in der DDR die Luft mit jährlich über 5 Millionen Tonnen Schwefeldioxid, das vor allem bei der Verbrennung der schwefelhaltigen Braunkohle freigesetzt wird. Außerdem wird bei der Verbrennung von Braunkohle mehr vom Treibhausgas Kohlenstoffdioxid freigesetzt als bei der Verbrennung jedes anderen fossilen Brennstoffes. Durch diese hohe Freisetzung von Schadstoffen in die Luft zerstört der dadurch entstandene saure Regen die empfindlichen Ökosysteme der ost- und mitteldeutschen Wälder und anderer Naturräume. Diese werden auch hiervon nicht verschont. Einige Regionen zum Beispiel die Lausitz hatten zur DDR-Zeit mit großen Luftverschmutzungen zu kämpfen, die durch den extensiven Abbau und die Verbrennung in der Großindustrie hervorgerufen wurden. Schließlich wurde durch den Abbau der Braunkohle im Tagebau das Landschaftsbild großflächig zerstört.

     Rekultivierungsmaßnahmen fanden in der ehemaligen DDR nur spärlich wegen der großen Devisenknappheit statt und konnten nicht mit dem Voranschreiten des Tagebaus schritt halten, so dass die Bergbaufolgelandschaft meist ihrem Schicksal überlassen wurde. Die auf diese Weise verursachten Umweltschäden lassen sich auch heute noch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR feststellen und die Bewohner der betroffenen Gebiete müssen auf die Umweltschutzmaßnahmen der Tagebaubetriebe hoffen. Diese Verantwortung wird heutzutage im Gebiet der ehemaligen DDR von dem ursprünglich schwedischem Großkonzern Vattenfall Europe AG und den Tochterunternehmen der Vattenfall-Gruppe unter der Schaffung gesunder Ökosysteme im Braunkohleabbau getragen. 5. Der Braunkohleabbau im Tagebau Jänschwalde Die Braunkohlelagerstätte Jänschwalde liegt im Südosten des Bundeslandes Brandenburg und ist damit ein bedeutender Tagebau im Lausitzer Braunkohlerevier. Hier wird nordöstlich von der Stadt Cottbus das 2.

     Lausitzer Flöz abgebaut. In diesem Tagebau lagert die Braunkohle in 45 bis 95 Metern Tiefe und das Braunkohleflöz hat eine ungefähre Mächtigkeit von 10 bis 12 Metern. Die jährliche Förderungsmenge im Tagebau Jänschwalde beträgt etwa 17 Millionen Tonnen Rohbraunkohle und er wird von dem Tochterunternehmen der Vattenfall Europe AG, der Vattenfall Europe Mining AG und Kraftwerk Jänschwalde von der Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG betrieben. Die wichtigste Vorraussetzung für den sicheren Tagebaubetrieb ist das Freihalten der Lagerstätte oder der Abbaufläche von Wasser. Dieses wird mit der Bohrung von Filterbrunnen nach der Beräumung des Vorfeldes der Tagebaue gewährleistet.

     Diese Filterbrunnen können mittels Unterwassermotorpumpen ca. 330 m³ Grundwasser pro Minute heben. Eine andere Möglichkeit ist, das Wasser, nach der Reinigung, zum Beispiel in die Spree zu leiten um den Wasserhaushalt des Abbaugebietes und der Umgebung zu sichern. Im Tagebau Jänschwalde wurden zur Schonung der Grundwasservorräte an der östlichen Tagebaugrenze unterirdische Dichtwände angelegt. Wenn der Boden ausreichend entwässert ist, können durch Abraumbagger Sande, Kiese und Tone über der Kohle abgetragen werden. Im Vorschnitt der Abraumförderbrücken arbeitet ein Schaufelradbagger voraus.

     Die abgetragenen Erdmasse werden durch eine Bandanlage zur bereits ausgekohlten Kippenseite des Tagebaus transportiert. Das Freilegen der Braunkohle erfolgt mit einer Abraumförderbrücke vom Typ F-60 und besteht aus einem Verband aus drei Eimerkettenbagger vom Typ Es 3750 und einer Bandbrücke von einer Länge von über 600 Metern, welche den Abraum über die Grube des Tagebaus fördern und verkippen. Unter dieser Abraumförderbrücke arbeitet der eigentliche Grubenbetrieb. Hier wird der Rohstoff Kohle nun abgebaut und durch Bandanlagen zur Kohleverladung oder zum Grabenbunker im Kraftwerk gefördert. Von dort aus wird die Kohle in Zügen zu den Verbrauchern transportiert. Aus den beiden Tagebauen, Jänschwalde und Cottbus-Nord, werden täglich zusammen etwa 60.

    000 Tonnen gefördert und diese Menge würde ausreichend sein, um den Tagesbedarf an Energie einer Großstadt zu decken. 6.Umweltprobleme und Umweltlösungen durch Bergbau und Energiewirtschaft in der Lausitz Die Gewinnung von Braunkohle bringt viele Umweltprobleme mit sich. Als erstes ist zu nennen, dass durch den Tagebau viele Landschaftsflächen zerstört werden und auch Dörfer umgesiedelt werden müssen, da einige Gemeinden in den Abbauarealen liegen und dann kostenintensiv umgesiedelt werden müssen. So kommt es zu einem massiven Eingriff in das Ökosystem, indem natürliche Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Vegetation zeitweise verloren gehen, auch durch die Absenkung des Grundwasserspiegels gibt es große Veränderungen im Wasserhaushalt der Niederlausitz. Anderseits wird gewährleistet, dass die umliegenden Gebiete nicht durch die Grundwasserabsenkung leiden, durch Dichtwände die das Gebiet des Tagebaus in der Erde abgrenzen.

     Nachdem die Kohle in einem Teil des Tagebaus abgebaut ist, beginnt man sofort mit den Rekultivierungsmaßnahmen, um bei den vom Bergbau urbar gemachten Flächen durch Folgenutzung die volle Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen. Diese Rekultivierung wurde von den Betrieben vertraglich übernommen und sie haben sich verpflichtet zum Ziel durch acker-, pflanzen- und waldbauliche und ähnliche Maßnahmen eine Bergbaufolgelandschaft anzulegen. In der Lausitz wird zum Beispiel mit einheimischen Baumarten wie Kiefer, Eiche, Ahorn, Erle und Buche aufgeforstet. Neben Forst werden auch Gewässer angelegt (durch den wieder ansteigenden Grundwasserspiegel) oder Weiden und Felder bewirtschaftet. Teilweise wird ein rekultivierter Tagebau auch als Erholungsgebiet genutzt. 7.

     Braunkohle in Zukunft vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Atomenergie Aufgrund ihrer dichten Lage unter der Oberfläche lässt sich die Braunkohle im Vergleich zur Steinkohle leichter und billiger abbauen. Ebenfalls bringt der Bergbau zum Abbau von Steinkohle größere Gefahren mit sich, da unter Tage gearbeitet werden muss und Gasexplosionen, Strecken- oder Wassereinbrüche oder auftreten können. Weiterhin wird deutsche Steinkohle in einer Tiefe von 2000m abgearbeitet bei Temperaturen um die -40 Grad Celsius. Der Kernbrennstoff Uran steht bei der Atomenergie zwar ausreichend zur Verfügung, bringt aber auch große Gefahren durch die radioaktiven Stoffe mit sich, da diese unter keinen Umständen in die Umwelt gelangen dürfen und in unserer heutigen Zeit sollte man vor dem Hintergrund des Terrorismus aus einem vollständigem Austritt aus der Atomenergie nachdenken. Dies ist unter ausreichendem Sicherheitsgrad zwar, zu umgehen, jedoch geht von Staaten wie zum Beispiel der Ukraine oder Russland immer noch große Gefahr aus, da dort der Sicherheitsstandard noch nicht so hoch angesetzt ist, wie zum Beispiel in Deutschland. Für diese maroden Atomkraftwerke müssten die zuständigen Regierungen eine immense Summe Geld, welches in den meisten Fällen nicht bezahlt werden kann, aufbringen um einen vernünftigen Sicherheitsstandard zu gewährleisten Meiner Meinung nach sollte Braunkohle auch in Zukunft für die Energiegewinnung Verwendung finden, da für Arbeiter und Umwelt bei angemessenen Sicherheitsmaßnahmen und Rekultivierung nicht so viel Gefahr ausgeht, wie von Atomenergie und Steinkohle.

     Da der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossene Sache ist, wird meiner Meinung nach der Einfluss der Braunkohle steigen, da die Lücke dieser Energie von hauptsächlich Stein- und Braunkohle übernommen wird. Bedenklich sind jedoch die großen Eingriffe in das Ökosystem und der Siedlungsstruktur, sowie die auftretenden Emission. Wenn aber bei Umsiedlung für die Zufriedenheit gesorgt wird und man versucht das Ökosystem wieder zu stabilisieren, empfinde ich den Braunkohleabbau als gutes Mittel zur Energiegewinnung, da viele Arbeitsplätze von der Existenz der Braunkohlereviere abhängen und sie einen großen Anteil an der Deutschen Wirtschaft haben. Man muss jedoch immer im Hinterkopf haben, dass die Braunkohle kein regenerativer Rohstoff ist. Auf Dauer werden so wie so Wind-, Solar- und Wasserenergie die führenden Rolle in der Energiegewinnung übernehmen müssen, da unsere Reserven an fossilen Brennstoffen in etwa 100 Jahren vollständig aufgebraucht sein. Deswegen sollte man meiner Meinung nach den Aufbau von erneuerbaren Energien mehr fördern, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt den Anschluss an diesen Trend zu verpassen.

     8. Anhang Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln Panoramaaufnahme vom Tagebau Garzweiler mit diversen Baggern im Einsatz und Kraftwerken im Hintergrund Schaufelradbagger Der Braunkohletagebau Hambach, Landsat-7-Aufnahme in Falschfarbendarstellung Der Braunkohletagebau Garzweiler Karte der Niederlausitz Schaufelradbagger Braunkohletagebau Reichwalde, Lausitzer Braunkohle AG - 1995 (Photo LAUBAG / MPZ Rauhut) 9. Literaturverzeichnis Internet: -www.energiewelten.de. - www.

    satgeo.zum.de - www.laubag.de - www.bog-agenda21.

    de - www.vattenfall.de - www.umweltlexikon.de - www.geogate.

    geographie.uni-maburg.de - www.golm.rz.uni-potsdam.

    de - www.eduvinet.de - www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBenergie/Braunkohle.php - 70k - - www.

    bund-nrw.de/braunkohle.htm - www.susanne-schwaab.de/Geologie/Braunkohle/braunkohle.html - www.

    tk-logo.de/lexikon/b/rmenue.php3?li=./braunkohle.html Bücher: -ABC Tagebau, erste Auflage VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1988- - Der Braunkohletagebau, Wolfgang F. Salzburg- -Lernen heute, Grundstock des Wissens, Serges Medien GmbH, 50667 Köln- Des weiteren wurden noch die Prospekte der Exkursion zum Tagebau Jänchwalde von mir verwendet 10.

     Selbstständigkeitserklärung Ich erkläre, dass die Facharbeit selbstständig angefertigt und nur die in Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Ort, Datum Unterschrift

 
 
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