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geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Der ausbruch der revolution



Paris aber hungerte, die Getreidepreise waren unerträglich hoch und adelige Feudalherren trieben die Preise durch Preistreibereien noch mehr in die Höhe. Am 13.Juli.1789 fand eine aufgebrachte Volksmenge in einem Kloster ein Getreidelager und plünderte es unverzüglich. Einen Tag vorher hatte die Nachricht von der Entlassung des im Volke sehr beliebten Finanzministers Necker schon für große Bestürzung gesorgt.

Am 14.Juli.1789 entlud sich die angespannte Stimmung, das Pariser Volk setzte sich im Invalidenhaus in den Besitz von 28000 Gewehren und 24 Kanonen und stürmte unter Zuhilfenahme dieser Waffen das Staatsgefängnis, die berühmte Bastille. Die Erstürmung der Bastille hatte nur geringen primären Nutzen, es wurden dabei nur 6 Gefangene befreit und die Bastille war auch nur schlecht durch 80 Invaliden unter der Leitung von 30 Schweizern besetzt, doch war die Erstürmung der Bastille ein Zeichen gegen die Unterdrückung durch den König.

Der wusste von all diesem nichts, so schrieb er am Abend des gleichen Tages unbesorgt in sein Tagebuch: \"Nichts, Necker abgereist\". In der Nacht weckte der Herzog von Liancourt (Großmeister der Garderobe) den König und überbrachte ihm die schrecklichen Nachrichten. Um Fassung ringend soll der König gesagt haben: \"Aber das ist ja eine Revolte\". Der Herzog erwidert ihm: \"Nein, Majestät, das ist eine Revolution.\"

Wie recht er damit hatte! Durch die Erfolge in Paris beflügelt, griffen die Unruhen auch auf das Land über, Kirchen und Schlösser wurden gestürmt und die verhassten Besitzurkunden zerstört. Dies sollte unter dem Namen \"Grand Peur\" (Große Furcht) in die Geschichte eingehen. Doch am 17.Juli.1789 steckte sich der König auf dem Balkon des Pariser Rathauses das Abzeichen der Revolution an die Brust (blau-weiß-rote Kokarde) und erkannte damit die Revolution quasi als rechtmäßig an.

Die Nationalversammlung musste feststellen, dass die Ereignisse ihr vorauseilten, und versuchte aus diesem Grund die Aufstände in den Provinzen einzudämmen. So beugte sie sich in der Nachtsitzung vom 4. auf den 5. August in vielen Punkten den aufständischen Bauern. So wurde zum Beispiel die Leibeigenschaft, die Steuerbefreiung der ersten beiden Stände, die Käuflichkeit der Ämter und die grundherrliche Gerichtsbarkeit aufgehoben (Privilegienverzicht). Am 26. des gleichen Monates erklärte die Nationalversammlung die Menschen- und Bürgerrechte (Freiheit jedes Mensches, Pressefreiheit, Freiheit der Religionswahl etc.).

Doch dies alles war dem Volk noch nicht genug, es hatte Hunger, und so erscholl am 5.Oktober des gleichen Jahres der Ruf auf den Straßen: \"Versailles schlemmt, Paris hungert!\". Eine bewaffnete Volksmenge marschierte nach Versailles. Der König wurde unter Gebrauch von Gewalt gezwungen, nach Paris zu ziehen und im alten Tuilerienpalast zu leben.

Um die Staatsverschuldung zu senken, wurden am 10.Oktober alle Kirchengüter enteignet. Am 19.Dezember wird das \"Gesetz über die Assignaten\" erlassen. Es besagte, dass Assignaten ausgegeben und gegen Kirchengüter eingetauscht werden konnten. Der Verkauf kam allerdings nur sehr langsam in Gang und da man zu viel dieser Assignaten druckte, kam es zur Inflation. Am 12.Juli.1790 beschloss man eine Zivil-Verfassung für den Klerus (Constitution civile du clergé), nach der die Pfarrer von ihrer Gemeinde gewählt und vom Staat besoldet wurden. Nach dem 27.November.1790 mussten die Priester sogar einen Eid auf diese Verfassung schwören. Papst Pius VI. war gegen diese Regelungen, und viele Priester verweigerten aus diesem Grund den Eid.

Im Juni 1791 versuchte der König mit seiner Familie nach Deutschland zu fliehen, er wurde aber bald erkannt und nach Paris zurückgebracht. Am 17.Juli.1791 kam es zu einer Massenkundgebungen in Paris, man forderte die Abschaffung der Monarchie. Die Kundgebung wurde von den Nationalgardisten (Soldaten unter dem Oberbefehl der Nationalversammlung) auseinander getrieben. Am 28.Juli.1791 erfolgte ein Streikverbot für alle Arbeiter, ausgesprochen durch die Nationalversammlung.

Am 3.September.1791 wurde die neue Verfassung verabschiedet. Die Verfassung sah einen in drei Gewalten geteilten Staat im Sinne von Montesquieu vor. Der König stand an der Spitze der Exekutiven, er besaß ein aufschiebendes Veto, ernannte und entließ die Minister. Die Nationalversammlung wurde neu gewählt, doch waren nur Männer über 25 mit der Steuerleistung von mindestens 3 Arbeitstagen zur Wahl berechtigt, sogenannte Aktivbürger. Auch sie wählten die Abgeordneten nicht direkt, sondern über Wahlmänner welche eine Steuerleistung von mindestens 10 Arbeitstagen vorweisen mussten. Ein solches Zensuswahlrecht genanntes System ließ sich aber nicht mit der Einleitung der Verfassung in Einklang bringen. In dieser hieß es:\"...Für keinen Teil der Nation, für kein Individuum gibt es mehr irgendein Privileg oder eine Ausnahme vom gemeinsamen Recht aller Franzosen...\". dass das Wahlrecht nur für Weiße galt, verstand sich damals von selbst, am 24. des gleichen Monates verfügte die Nationalversammlung sogar, dass Farbige von den Menschenrechten ausgeschlossen wurden.

Die neu gewählte Nationalversammlung musste sich gleich nach der Wahl mit einem neuen Problem auseinandersetzen, dem möglichen Krieg gegen das übrige monarchisch geprägte Europa, welches die Revolution ablehnte. Doch die europäischen Monarchen zögerten mit ihrem eingreifen.

Am 22.April.1792 erklärte die Nationalversammlung den Krieg gegen Österreich und dadurch auch gegen das mit Österreich verbündete Preußen. In der Kriegserklärung hieß es:\"...,dass der Krieg, den sie [die französische Nation] unternehmen muss, kein Krieg ist von Nation gegen Nation, sondern die gerechte Verteidigung eines freien Volkes gegen den ungerechten Angriff eines Königs;...\". Die Kriegsbegeisterung unter den einfachen Franzosen war groß, aber der Armee fehlten die adeligen Offiziere, welche vor der Revolution ins Ausland geflohen waren, und so war es kein Wunder, dass die feindlichen Truppen immer weiter nach Frankreich einrückten. Am 25.Juli.1792 drohte der Herzog von Braunschweig, der Oberbefehlshaber der österreichischen und preußischen Truppen war, an der Stadt Paris Rache zu nehmen, wenn dem König oder der königlichen Familie ein Leid zustoßen sollte. Am 10.August.1792 stürmte das Volk von Paris den Tuilerienpalast. Der König suchte daraufhin Schutz in der Nationalversammlung. Diese gewährte ihm keinen Schutz und löste sich selber auf. Eine neue Versammlung, genannt Nationalkonvent, sollte über das Schicksal des Königs und eine neue Verfassung beraten.

Während es auf dem Land gegenrevolutionäre Aufstände von Königsanhängern gab, fanden in Paris die sogenannten \"Septembermorde\" statt. Die Häuser wurden nach Königstreuen und Verrätern untersucht und zwischen 1100-1400 \"Verdächtige\" brutal umgebracht.

Das neue Nationalkonvent wurde nicht nach dem Zensuswahlrecht von 1791 gewählt, sondern es durften alle Männer über 21 Jahren wählen. Das neu gewählte Nationalkonvent wurde geprägt durch zwei Gruppierungen, zum einen durch die Girondisten, so benannt, weil die bekanntesten Redner unter ihnen aus der Gegend Gironde kamen. Sie traten gegen eine direkte Volksherrschaft und für die Schonung des Königs ein. Die andere bedeutende Gruppierung waren die Jakobiner, so benannt nach ihrem Tagungsort einem Jakobs-Kloster. Sie waren für die direkte Volksherrschaft und radikale soziale Reformen. Ein heftiger Streit zwischen diesen beiden Gruppen entbrannte um die Frage, was mit dem König geschehen sollte. Schließlich entschied das Nationalkonvent mit knapper Mehrheit, Ludwig XVI. zum Tode zu verurteilen. Am 21.Januar.1793 wurde er hingerichtet.

Während dessen hatte die französische Armee den feindlichen preußische- österreichischen Truppen bei der Kanonade von Valmy (einem Ort im Norden Frankreichs) standgehalten und anschließend die österreichischen Niederlande eingenommen. Doch im Frühjahr gab es Rückschläge. Daraufhin wurde die allgemeine Wehrpflicht durch den Kriegsminister Carnot eingeführt. Doch in der Bevölkerung gab es dagegen auch Wiederstand und so verstärkten sich die gegenrevolutionären Aufstände. Die Lage war so angespannt, dass die Jakobiner eine sogenannte \"Revolutionsregierung\" bildeten.

 
 

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