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Afghanistan



AFGHANISTAN Land und Leute Afghanistan zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Gelegen in Südwestasien hat das Land eine Fläche von 652.225 Quadratkilometern. Durch seine ungünstige physische Lage mit vielen Gebirgsmassiven, z.B. dem Hindukusch mit knapp 1.

    000 Kilometern Länge, ist auch die Infrastruktur entspechend schwierig zu gestalten. Ein Eisenbahnsystem gibt es nicht, "ausgebaute" Strassen nur zwischen Kabul, der Hauptstadt (2 Mio. Einwohner), und den jeweiligen Provinzhauptstädten. Relativ fruchtbare Gegenden sind nur im Norden zu finden, wo mehrere Flusstäler große Niederungen bilden. Hingegen gibt es im Süden bzw. Südwesten der Gebirgssysteme meist nur Wüsten und trockenen, kargen Boden.

     Durch das kontinentale Trocken- und Gebirgsklima kommt es in Afghanistan zu erheblichen Temperatur-schwankungen von bis zu 40°C im Sommer und -20°C im Winter. Nur etwa 20% der Einwohner, die ethnisch und sprachlich sehr gemischt sind, leben in den Städten wie z.B. Kabul oder Kandahar. Die vorwiegend ländliche Bevölkerung lässt sich vier grossen Volksgruppen zuteilen. Den Pashtunen (Afghanen), die sich in die beiden Untergruppen der Durani und der Ghilzai aufspalten lassen, gehören circa 50% der Gesamtbevölkerung an.

     Etwa 25% sind Tadschiken, die iranischer Abstammung sind. Die restliche Bevölkerung zählt zu den Usbeken (9%) und den Hazara (9%).Von den insgesamt 25 Millionen Einwohnern Afghanistans leben circa 10% als Nomaden. Paschto und Persisch (Dari), Untergruppen der iranischen Sprachgruppe, sind die Amtssprachen Afghanistans. Daneben existiert eine Vielzahl von anderen Sprachen und Dialekten. Englisch wird als Handelssprache gebraucht.

     Von den vielen geprochenen Sprachen sind die Turksprachen in den Grenzregionen am weitesten verbreitet. Afghanische Geschichte ab Anfang des 20. Jahrhunderts 1919 wurde Afghanistan als ein souveräner Staat anerkannt .Zu dieser Zeit war das Land eine Monarchie unter dem König Da Amman Ullas. Dieser führte viele politische, soziale und religiöse Reformen nach Türkischem und Iranischem Vorbild durch. In den nächsten Jahren kam es zum Wechsel von einigen Königen.

     Im zweiten Weltkrieg blieb Afghanistan neutral und wurde 1946 Mitglied der Vereinten Nationen. In den 60er Jahren kam es zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und es folgten einige Dürrejahre die den Tod von 80.000 Menschen zur Folge hatten. Zu dieser Zeit war Afghanistan unter der Herrschaft von König Saphir, der eine liberale Regierungsform durchführte. 1973 übernahm sein Cousin Daut die Macht und Afghanistan wurde eine Republik. Die Machthaber führten einen Revolutionsrat ein und setzten die Verfassung außer Kraft.

     Ihr Programm war das eines wissenschaftlichen Sozialismus. Dies führte zu einem bewaffneten Widerstand der muslimischen Stämme und ein Bürgerkrieg brach aus. Der Revolutionsrat bat die Sowjetunion um Hilfe, doch diese stürzten mit einer Putschaktion den Führer Amin und besetzten das Land. Die Aufstände gingen weiter, diesmal gegen die sowjetischen Truppen gerichtet. Hilfe bekamen die meist islamischen Milizen wie die Mudjahiddin von Ländern wie den USA, dem Iran, arabischen Ländern, Pakistan und China. Diese versorgten die Gruppierungen mit Waffen und Militärischer Unterstützung.

     1988 zogen sich nach vielen Kämpfen mit hunderttausenden Toten und Flüchtlingen auf Afghanischer Seite die Truppen der UdSSR zurück. Der Bürgerkrieg ging jedoch weiter. Man einigte sich vorerst auf eine Übergangsregierung mit Rabanni als Präsidenten. Ab 1993 stieg die Macht der islamischen Gruppierungen und Organisationen, wie z.B. Hesbe-Islami, die auch politisch aufstiegen.

     Wieder kam es zu Kämpfen zwischen den Mujahiddin Gruppen, trotz Friedenabkommen zwischen den Führern der verfeindeten Gruppen. Im September 1996 mussten die politischen Führer, auch Rabanni, aus Kabul flüchten. Kämpfer vorwiegend aus dem Volk der Paschtunen, die in Pakistan ausgebildet worden waren, und auch von dort aus unterstützt wurden, hatten einen Großteil Afghanistans erobert. Die Taliban Miliz nahm 1996 Kabul ein. Sie errichteten einen fundamentalistischen Gottesstaat. Ihr Eroberungszug konnte auch von national islamischen Bewegungen nicht aufgehalten werden.

     In den nächsten Jahren bedeutete das für die Afghanische Bevölkerung ein Leben mit strengen Regeln, besonders für die Afghanischen Frauen. Es herrschte Geschlechtertrennung bis in die kleinsten Winkel. Frauen hatten jegliche Rechte verloren, durften nicht einmal mehr die Schule besuchen oder einen Beruf ausüben. Sie lebten abgeschottet und verschleiert. Die Islamisierung der Gesellschaft steht einer Entwicklung ebenfalls im Weg, da viele altmodische und radikale Regeln eine Veränderung von vornherein ausschließen. Dieses Problem kann auch nur sehr schwer geändert werden da 99% der Bevölkerung Moslems sind.

     Wirtschaft Der Großteil der Afghanischen Wirtschaft liegt im Bereich der Landwirtschaft. Doch durch das trockene Klima und die gebirgige Lage sind nur rund 6% der Landesfläche für die agrarischen Nutzung zugänglich. Die wichigsten Erzeugnisse sind dabei Weizen, Mais Reis, Gerste, Obst, Baumwolle und Zuckerrüben. Ebenso bedeutend ist die nomadische Viehhaltung, die einen Anteil von 25% an der gesamten Agrarproduktion hat. Trotzdem leidet die Landwirtschaft unter Land- und Wasserknappheit und einem allgemeinen niedrigen Entwicklungsstand. Die geringen Baumbestände sind durch Holzschmuggel und Überweidung gefährdet.

     Afghanistan besitzt ausserdem bedeutende Eisenerzvorkommen und grosse Mengen an Erdgas. Andere Mineralvorkommen sind wegen der geringen Mengen und der Unzugänglichkeit noch weitgehend unerschlossen. Erst kürzlich eingetretene Dürrekatastrophen rafften nahezu 80% des gesamten Viehbestandes dahin und brachten erhabliche Einbussen bei den Ernteerträgen. Handel Der grösste Teil des Aussenhandels wird durch den Staat oder durch staatlich kontrollierte Monopole beherrscht. Die Handelsbilanz ist negativ. Hauptexportgüter sind Erdgas, Trockenobst und Nüsse, Baumwolle, Decken und Felle.

     Zu den Importgütern gehören Textilien, Baumaterialen, erdöl, Maschinen, Eisenwaren, Tee und Zucker. Fakten Durch den anhaltenden Bürgerkrieg flohen Ende 2000 insgesamt rund 4 Millionen Menschen aus Afghanistan. Die Lebenserwartung liegt nur bei etwa 46 Jahren. Afghanistan verzeichnet hohe Sterblichkeitsraten bei Säuglingen (17%) und Kindern (26%). Es besteht zwar eine allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 7-15 Jahren, doch durch die zerklüftete Landesstruktur und die Armut ist nicht vielen Afghanern die Möglichkeit gegeben, sich Bildung anzueignen. Die Analphabetenrate liegt deshalb bei 65%.

     Es gibt nur wenige Hochschulen in Afghanistan, die bedeutendste ist die Universität von Kabul. Der Bildungstand ist auch nicht mit dem niedrigen Bildungstand anderer Entwicklungsländer konkurrenzfähig. Aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs war es 2002 auch nicht möglich, jeglicheAngaben zum BSP, BIP, zur Inflation etc. zu machen. Politik Innenpolitisch machte sich aktiver Widerstand gegen die Zwangsrekrutierung der Taliban breit. Vielerorts war eine schwindende Loyalität einiger Gouverneure und ihrer regionalen Gefolgschaft , die sich von Anfang an mehr aus politisch-militärischem Opportunismus denn aus religiöser oder ideologischer Überzeugungmit den Taliban verbündet hatten, zu beobachten.

     Auch mit den Menschenrechten nahm es die Talibanregierung nicht so genau, weswegen ihre Bemühungen um internationale Anerkennung auch keine Fortschritte zeigte. Gründe für den rückständigen Entwicklungsstand Afghanistan hatte anfangs eine ähnliche Geschichte wie andere Länder auch, bis zu ihrer Unabhängigkeit. Doch im Laufe der Zeit änderten sich die Gemeinsamkeiten. Das Land, das anfangs eine Monarchie war, war von seiner eigenen Bevölkerung nicht richtig akzeptiert, bzw. der Herrscher und ihre Reformen oder die Regierungsform allgemein waren nicht akzeptiert. Die Bevölkerung war moslimisch und eine eher moslimische Regierungsform, also ohne die Trennung von Religion und Staat, war vielen lieber.

     Das war auch der Grund dafür, dass es immer wieder zu Kämpfen zwischen der Regierung und dem Volk, aber auch dem Volk untereinender kam. Die Sowjetische Invasion brachte dann erst recht Missmut über das Volk. Wieder folgten Bürgerkriege, wieder starben Menschen, die Wirtschaft litt unter dem Krieg, die Infrastruktur und die Entwicklung natürlich auch, denn kein Land entwickelt sich während eines Krieges weiter. Jegliches Geld wurde in Kriegsmaterial gesteckt, anstatt andere Dinge zu fördern, die für eine Entwicklung notwendig gewesen wären, wie z.B. Bil-dungszentren.

     Viele Menschen, die vielleicht die Möglichkeit gehabt hätten, etwas zu verändern, starben entweder im Krieg oder verließen das Land. Zurück blieben nur die Ärmsten, die nicht die Möglichkeit einer Ausreise hatten oder die mit der Situation vielleicht nicht unzufrieden waren. Durch die vielen Stämme und die vielen Gruppierungen kam es immer wieder zu Reibereien untereinander, da keiner seine "Vormachtstellung" verlieren wollte. Doch eine Entwicklung im wirtschaftlichen, im sozialen und im politischen Bereich ist nur möglich, wenn der Bürgerkrieg aufhört. Die Außenwelt hatte aber auch einen gewaltigen Anteil Mitschuld, dass der Bürgerkrieg nicht aufgehört hat. Länder wie zum Beispiel die USA, aber auch andere Länder unterstützten immer wieder bestimmte Gruppierungen, um andere zu schwächen, wie z.

    B. im Krieg gegen die Sowjetunion, bei dem islamitische Gruppen, wie die Taliban oder die Mujahiddin gezielt unterstützt wurden, um die Sowjets zu schlagen. Gerade die Gruppierungen, die später erst recht Unheil und erneute Kriege über das Land gebracht haben.

 
 

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