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Rezession des buches "mein verwundetes herz- das leben der lilli jahn 1900-1944" von martin doerry


1. Drama
2. Liebe



Man hatte es ihr gesagt, aber Lilli Jahn wollte nicht hören.

Lilli, geboren 1900, wächst in gutbürgerlichen-jüdischen Verhältnissen in Köln auf. Sie gehört zu den ersten Frauen, die studieren können. Sie verliert ihr Herz an den schwermütigen Ernt Jahn, den sie in zähem Ringen für sich erobert, denn sie gegen den anfänglichen Widerstand ihrer Eltern gegen eine Ehe mit einem Protestanten heiratet. Lilli will nach ihrem Studium als Ärztin arbeiten, dass weiß er, doch trotzdem hat Ernst ein anderes Weltbild einer Frau. Sie soll sich um den Haushalt kümmern und er soll das Geld verdienen. Doch in der Kleinstadtidylle in Immenhausen, in der die jüdische Ärztin Lilli Jahn und ihr protestantischer Mann dann eine Praxis eröffnen, wird das Leben für die junge Frau nach der Machtergreifung der Nationalsozialistischen zur Hölle. Freunde ziehen sich zurück, ihr wankelmütiger Mann geht fremd und lässt sie schließlich mit fünf Kindern allein. Im September 1943 wird die Jüdin in das Arbeitserziehungslager Breitenau nahe Kassel gebracht. Die Stadt Immenhausen hat es so gewollte.

Die Briefe der nun weitgehend auf sich selbst gestellten Kinder an ihre Mutter bilden das erschütternde Kernstück des Buches. Täglich bekommt Lilli Post von ihren Kindern, die ihr immer und immer wieder sagen, wie sehr sie ihre Mutter lieben und vermissen. Kleine Hilfspakete sollen den Lebenswillen Lillis stärken, die ihrerseits aus dem Lager heraus um den Zusammenhalt ihrer Kinder kämpft.



Nach dem Tod des Politikers Gerhard Jahn wurden in seinem Nachlass über dreihundert Briefe gefunden, Briefe an und von seiner Mutter Lilli. Der Autor, ein Enkel Lilli Jahns und die Familie haben nach reiflicher Überlegung beschlossen, dieses Zeitdokument der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit die Menschen lesen, wie schlimm das Leben für die Jüdin war.

Heute leben ihre 13 Enkel und 22 Urenkel von Lilli in Deutschland, England uns Israel. Sie sind Katholiken, Protestanten oder Juden. Sie haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie verbindet die Erinnerung an das verwundete Herz von Lilli Jahn.



Die Beachtung, die das Buch findet, ist beträchtlich. Das Buch ist eine Geschichte über die Mutterliebe in den Zeiten des Hasses. Kleine Alltagsgeschichten, Erzählungen vom täglichen Überleben, von den Schulbesuchen erzählen die Mädchen, aber auch von den Problemen mit der neuen Frau ihres Vaters. Es ist eine Chronik des legalisierten Verbrechens mitten im Alltag. Mitten in Immenhausen, in der hessischen Provinz, "kleines Dorf, große Hölle", so sagt es ein spanisches Sprichwort. Schmerzhaft ist es zu lesen, wie die vormals so guten Freunde sich immer mehr zurückziehen, das Fehlen von Zivilcourage wird immer stärker fühlbar. Ernst möchte man beim Lesen am liebsten schütteln, wie er durch die Scheidung seine Frau so ausliefern konnte. Die Antwort darauf, der Brief, den Lilli an ihre Freundin Hanne schreibt und um ihr Verständnis für ihren Mann wirbt, geht extrem unter die Haut. Trotz ihrer persönlichen Verletztheit und Enttäuschung bringt sie die Größe auf, ihn nicht anzugreifen.



Zusammenfassend kam mir beim Lesen der leidenschaftlichen, engagierten Briefe dieser Frau vor allem ein Gedanke: Ich hätte sie gerne kennen gelernt. Zumindest in ihren Briefen kann man das immer noch somit wurde Lilli Jahn unsterblich gemacht. Ich empfinde das Buch als Geschenk an die Menschheit, besonders an die junge Generation wie mich für das der Familie gebührt. Es gibt nicht viele Wege, die ebenso geeignet wären, den namenlosen Schrecken, zu dem dieses dunkle Kapitel der Deutschen Vergangenheit für die späteren Generationen geworden ist. Nirgends erfährt der Leser so viel Persönliches wie in Briefen, Tagebüchern oder vielleicht noch Gedichten. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Biographien und anderen Geschichten des zweiten Weltkrieges interessieren, da man sich in Lilli Jahn hineinversetzen kann, da es echte Briefe sind, die vom echten Leben, Leid und Gefühlen handeln.

 
 




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