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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Johannes brahms


1. Drama
2. Liebe

Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 in Hamburg geboren. Er erhielt seinen ersten Violin- und Cellounterricht von seinem Vater, der Kontrabassist am städtischen Theater war. Bald schon wurde seine außergewöhnliche pianistische Begabung erkennbar. Unter der Anleitung seines Musiklehrers Eduard Marxsen schrieb Brahms seine ersten Kompositionen. 1853 ging Brahms als Klavierbegleiter mit dem ungarischen Geiger Eduard Reményi auf Tournee. Auf diese Weise lernte er den ungarischen Violinisten Joseph Joachim kennen, mit dem er eine lebenslange Freundschaft schloss. Joachim wiederum machte ihn mit dem Komponisten Robert Schumann bekannt. Schumann war von den damals noch unveröffentlichten Kompositionen Brahms' so beeindruckt, dass er in einer Zeitschrift einen enthusiastischen (begeistert) Artikel über ihn schrieb. Brahms empfand eine tiefe Zuneigung gegenüber Schumann und seiner Frau Clara Josephine Schumann, einer berühmten Pianistin.

Von 1857 bis 1859 hatte Brahms eine feste Anstellung als Chordirigent und Hofpianist am Detmolder(1) Hoftheater. Danach reiste er mehrere Jahre lang durch Deutschland und die Schweiz. Sein erstes öffentlich aufgeführtes Werk ist das Klavierkonzert Nr. 1 in d-Moll. Es wurde 1859 in Leipzig uraufgeführt, hatte jedoch keinen großen Erfolg, da das Publikum die damals beliebte Virtuosität (Meisterhaftigkeit) vermisste. Einige Jahre später ging Brahms nach Wien, wo er 1863 Direktor der Singakademie(2) wurde, dieses Amt jedoch schon ein Jahr später niederlegte. Brahms lebte anschließend wieder in Hamburg, wo sich seine beruflichen Wünsche (Übertragung der Leitung der Hamburger Singakademie) jedoch nicht erfüllten. Daher übersiedelte er 1868 endgültig nach Wien.
Im selben Jahr wurde Brahms mit der Uraufführung seines Deutschen Requiems auf einen Schlag in ganz Europa berühmt. Die revolutionäre Neuerung hierbei war, dass Brahms statt des sonst üblichen lateinischen Textes die deutsche Bibelübersetzung Luthers als Textgrundlage verwandte. Dieses Werk, das aus sieben Teilen bestand, verliert sich nicht in Spekulationen über das Schicksal des Menschen nach dem Tod, sondern konzentriert sich vielmehr auf den Schmerz der Trauernden. 1871 bekam Brahms von der Gesellschaft der Musikfreunde die Leitung ihrer Konzerte übertragen. Er gab jedoch auch diese Stelle 1875 wieder auf, um sich ganz dem Komponieren zu widmen. In der Sommerfrische an den Seen der Umgebung entstanden ab 1877 einige der größeren Werke.

Das Jahr 1873 stellte einen entscheidenden Einschnitt in Brahms' Schaffen dar. Bis dahin hatte er nämlich hauptsächlich Kammermusik(3) und Kompositionen(4) für sein Instrument, das Klavier, sowie für Chor und Orchester geschrieben. In diesem Jahr schuf er mit den Variationen über ein Thema von Joseph Haydn sein erstes großes sinfonisches(5) Werk. Die Variationen zeigten Brahms' Entwicklung hin zur meisterhaften Gestaltung sinfonischer Orchesterwerke. Seine sinfonischen Hauptwerke, die Sinfonie Nr. 1 in c-Moll (1876); die Sinfonie Nr. 2 in D-Dur (1877); die Akademische Festouvertüre , (1880), die Tragische Ouvertüre (6) (1881); die Sinfonie Nr. 3 in F-Dur (1883); und die Sinfonie Nr. 4 in e-Moll (1885) weisen allesamt eine außerordentlich dichte Struktur auf, die auf die Tradition der Wiener Klassik zurückzuführen ist. In seinen bedeutendsten Werken findet man niemals oberflächlich oder aufgesetzt wirkende Passagen, denn jedes Thema, jede Figur und jede Modulation dienen dem Ganzen, sie werden inhaltlich und formal vorbereitet und sind jeweils bereits im Vorhergegangenen enthalten. Brahms' eigener Umgang mit der Tradition war zu jener Zeit einmalig und widersprach ganz und gar dem damaligen Trend, wie er insbesondere durch Richard Wagner zum Ausdruck kam. Wenn Brahms mit seinem sinfonischen Schaffen eine Tradition wieder belebte, die seit Ludwig van Beethoven kein Komponist mehr verfolgt hatte, so war er doch ganz in seiner Epoche verwurzelt. Neben dem Studium der Barockmusik (u. a. Bach, Händel, Vivaldi und Scarlatti) beeinflusste seinen Kompositionsstil vor allem das Volkslied. Brahms sammelte zeitlebens Volkslieder und bearbeitete sie. Seine über 200 Lieder, darunter die Zigeunerlieder sowie weltliche und geistliche Chorwerke, stellen ein beachtliches Repertoire(7) dar.


Leider ist nur wenig über Brahms' Arbeitsweise bekannt. Seine Selbstkritik war schonungslos, und so verbrannte er alles, was er vor 1852 geschrieben hatte sowie auch einige Skizzen seiner späteren Meisterwerke. Es ist bekannt, dass er die Stücke oft über zehn oder 20 Jahre hinweg immer wieder neu überarbeitete und sie, bevor sie in ihrer endgültigen Fassung erschienen, für viele verschiedene Instrumente bearbeitete.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen (neben den genannten) das Schicksalslied (1871), eine Vertonung eines Gedichts Friedrich Hölderlins für Chor und Orchester; das Violinkonzert in D-Dur (1878), das als fester Repertoirebestandteil eines jeden Geigers gilt; das Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-Moll (1887), das Klarinettenquintett (1891), drei Streichquartette, drei Violinsonaten, zahlreiche Solowerke für Klavier und andere Kammermusikwerke für verschiedene Besetzungen und schließlich über 150 Lieder. Brahms starb im Alter von 64 Jahren am 13. April 1897 in Wien.

 
 

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