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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Ägyptische kunst


1. Drama
2. Liebe



Ägyptische Kunst Von allen Mittelmeerkulturen war die des alten Ägypten die langlebigste, sie dauerte 3000 Jahre lang, von ca. 3100 v. Chr. bis ca. zum Jahr 300 v. Chr.

     In der ägypti-schen Religion war der Toten- und Grabkult wesentlich. Auch die Kunst diente der Verehrung der Götter und kultischen Zwecken. Die Kunst war trotz der langen Dauer der ägyptischen Kultur sehr einheitlich im Stil, da man an der traditionellen Gestal-tung festhielt. Der Pharao hatte für das Kunstschaffen eine große Bedeutung, die großartigen Bauwerke und Skulpturen zeigen auch die Macht der Herrscher. Die Kunst bildete vor allem den Pharao und die Götter ab. Die Künstler galten nur als namenlose Handwerker, ausgenommen die Architekten, die einen höheren Rang besaßen.

     Die Hieroglyphenschrift spielte in der ägyptischen Kultur eine wichtige Rol-le, auch Reliefs und Wandmalereien wurden mit Inschriften versehen. Die Schrift diente aber auch zu dekorativen Zwecken. Architektur Aufgabe der ägyptischen Kunst war es, den Pharao zu verherrlichen und sein Weiter-leben nach dem Tod zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurden großartige Toten-tempel und Grabanlagen geschaffen. Die Tempel wurden ganz mit Reliefdarstellun-gen, Bildern und Inschriften geschmückt. Die Mastaba, ein Grabmal mit flachem Dach, war ein typisches Bauwerk der An-fangszeit der ägyptischen Kultur.

     Mastabas wurden für die Pharaonen zB am Rand der Wüste bei Sakkara errichtet. Sie bestanden aus einem unterirdischen und einem oberirdischen Teil. In der unterirdischen Grabkammer wurde der Sarkophag aufge-stellt, im oberirdischen Teil befand sich eine Grabkapelle, deren Wände mit Reliefs und Wandgemälden geschmückt waren. Unter Relief versteht man eine Plastik, die nicht auf allen Seiten ausgearbeitet ist. Das Motiv ist auf einem flachen Grund erhaben herausgearbeitet. Es gab aber auch Reliefs, bei denen nur die Umrisse in den Untergrund eingekerbt wurden.

     Es wurden Alltagsszenen dargestellt, Hieroglypheninschriften sollten ein ewiges Weiterleben der Verstorbenen gewährleisten. Häufig abgebildet wurden die Götter des Totenreichs. Aus der Mastaba entwickelte sich die Stufenpyramide. Die Pyramiden Die Pyramide ist die bedeutendste architektonische Leistung des Alten Reichs. Es gab unterschiedliche Formen:  Die Stufenpyramide war die früheste Form, sie bestand aus aufeinanderge-setzten, sich verkleinernden Mastabas. Abb.

    : Stufenpyramide von Sakkara, die von dem bedeutenden Baumeister Imhotep errichtet wurde  Die klassische Pyramide mit glatter Oberfläche und streng geometrischer Form. Bsp: Die Pyramiden von Gizeh  Die sogenannte Knickpyramide, bei der aus statischen Gründen die Seiten-wände im oberen Teil eingeknickt sind. Bsp: Pyramide in Dahschur. Die Pyramide als Grabmal für den Pharao war ein Sinnbild für seine Gottähnlichkeit. Die ältesten Pyramiden wurden aus luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet, später verwendete man kleine Steinblöcke und schließlich große, exakt zugehauene Stein-quader. Durch die Verwendung von Stein versuchte man ewiges Bestehen des Bau-werks erreichen.

     Die Form ergibt sich aus einem quadratischen Grundriss mit gleich-förmigen Seitenflächen. Die große bauliche Leistung wurde wahrscheinlich in den Zeiten der Nilüberschwemmung erbracht. Es war eine landwirtschaftliche Tätigkeit nicht möglich, daher konnte ein Teil der Bevölkerung dafür eingesetzt werden. Innen befand sich eine kleine, zugemauerte Grabkammer für die Mumie des Pharaos, eini-ge Nebenräume und Luftschächte. Der Zugang zu den Grabkammern mit wertvollen Schätzen sollte möglichst erschwert werden, trotzdem wurden fast alle Pyramiden von Grabräubern geplündert. Die Pyramide war Teil eines größeren Grabkomplexes mit Tempeln, Sphinxen und kleineren Pyramiden.

     Unter Sphinx versteht man eine Figur aus der ägyptischen My-thologie mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Menschen, meist wurde sie mit dem Gesicht eines Pharaos dargestellt. Der berühmteste Pyramidenkomplex befindet sich in Gizeh mit den Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und My-kerinos, und der Sphinx des Chephren. Die Cheopspyramide stellt die bedeutendste bauliche Leistung vor der griechisch-römischen Antike dar. Sie war ursprünglich fast 150 m hoch. Die Spitze ist heute abgebröckelt. Ursprünglich war sie außen mit wei-ßem Kalkstein verkleidet und hatte eine goldenen Spitze.

     Die Tempel Die ägyptischen Tempel dienten zur Verehrung eines verstorbenen Pharao oder ei-nes Gottes. Der Weg zum Tempel war von Sphinxen gesäumt. Vor dem Eingang be-fanden sich hohe Tortürme (Pylonen) mit Reliefdarstellungen. Im Inneren lag zuerst ein Säulenhof, der von einer doppelten Säulenreihe umrahmt war (A, B). Dann folgte ein Säulensaal (C) und danach der eigentliche Tempel, wo Bilder der Verstorbenen oder Götter aufgestellt waren (D), hinter diesem Raum lag noch ein Säulensaal (E). Die Tempelanlage war um eine Symmetrieachse angeordnet.

     Einige beachtliche Tempel aus dieser Periode befinden sich in Theben. Bekannt sind auch die Felsen-tempel von Abu Simbel. Dort befinden sich die Totentempel von Ramses II. und sei-ner Frau. Der Ramsestempel mit vier Kolossalstatuen des Königs an der Fassaden-front (Abb.) reicht 60 m tief in den Felsen hinein.

     Die Fassade wurde aus dem Felsen herausgearbeitet. Nur zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche schienen die Sonnenstrah-len bis ins Innerste des Tempels auf die dort aufgestellten Statuen. Die beiden Tem-pel wurden beim Bau des Assuanstaudamms in Blöcke zerlegt und höhergelegen wieder aufgerichtet. Es wurden Säulen (runder Querschnitt) und Pfeiler (viereckiger Querschnitt) verwen-det. Die Säulen bestanden meist aus drei Teilen: Eine Fußplatte (Basis), der Schaft und das Kapitell, der obere Abschluss der Säule. Der Schaft war entweder aus glat-tem Stein oder in Streifen gegliedert.

     Man versuchte dabei zB die Form von Baum-stämmen nachzuahmen. Auch die Kapitelle hatten oft eine Ähnlichkeit mit pflanzli-chen Formen, zB mit Lotusblüten. Die Säulen wurden mit Reliefs und Inschriften ge-schmückt und waren ursprünglich bemalt, wobei die Farben Rot, Blau und Gelb vor-herrschten. Auch durch die Farbgebung sollte etwas ausgesagt werden, zB symboli-sierte Gelb Ewigkeit. Viele Tempel wurden durch spätere Überbauung überlagert oder sie wurden zerstört oder in christliche Kirchen umgewandelt. In der Zeit des Neuen Reichs wurden die Tempelanlagen aufwendiger.

     Die Obelisken Der Obelisk, ein hoher, viereckiger Pfeiler, der nach oben dünner wurde und spitz zusammenlief, war ebenfalls charakteristisch für die ägyptische Baukunst. Sie wur-den aus einem einzelnen Felsblock hergestellt (Monolith), häufig aus Granit. Auch die Spitze der Obelisken war ursprünglich vergoldet. Hieroglypheninschriften auf den Seitenflächen nannten den Namen des Königs, der den Auftrag erteilt hatte, und das Ereignis, an das sie erinnerten. Die Obelisken waren ein Sonnensymbol, sie sollten an die Erschaffung der Welt durch den Sonnengott erinnern. Der mit über 30 m Höhe größte erhaltene ägyptische Obelisk steht heute in Rom auf dem Petersplatz.

     Fast alle Obelisken wurden aus Ägypten weggeschafft und auf berühmten europäischen Plätzen aufgestellt, beispielsweise am Place de la Concorde in Paris. Die Paläste und Wohnhäuser wurden aus Lehmziegeln und zum Teil aus Holz ge-baut und sind daher nicht erhalten geblieben. Die Skulptur Die ägyptische Bildhauerei hat über einen Zeitraum von 3000 Jahren unzählige Wer-ke von einheitlicher Art und hoher Qualität hervorgebracht. Namen der ägyptischen Bildhauer sind kaum bekannt. Die Amarnakunst brachte einige der schönsten ägypti-schen Skulpturen hervor. Während des Alten Reichs stand die Bildhauerei in enger Verbindung mit der Grab-architektur.

     Die Statuen, die in Grabkammern und Totentempeln aufgestellt wurden, waren idealisierte Bildnisse der Toten. Die Statue hatte die Aufgabe, anstelle des zerfallenden Körpers die Seele des Verstorbenen aufzunehmen. Man unterscheidet zwischen Stand- und Sitzfiguren, weiters teilt man die Skulpturen in Götter-, Königs- und Privatplastik. Name und Titel der dargestellten Person wurden in die Statue ein-gemeißelt. Ausgangspunkt bei der Herstellung einer Skulptur war ein rechtwinkliger Block, um ausgewogene Proportionen zu erreichen, wurde die Figur in ein Gitternetz eingeteilt. Die Personen wurden in starrer, ruhiger Haltung dargestellt, es gab keine dramatischen Bewegungen; die Skulpturen waren geometrisch aufgebaut, es gab keine Drehung oder Neigung des Körpers.

     Die Oberfläche wurde glattgeschliffen o-der mit Stuck, einer formbaren Masse aus Gips und Kalk, überzogen und bemalt. Es waren genaue Regeln zur idealen Darstellung der menschlichen Gestalt festge-legt worden. Götter, Pharaonen und Würdenträger durften nur aufrecht vorwärts-schreitend oder auf einem Thron sitzend dargestellt werden. Die Form der Perücke, zB fächerförmige oder abgerundete Perücke ist ein Hilfsmittel zur Datierung, weil sie sich in den verschiedenen Phasen der Kultur veränderte. In der Kleidung zeigten sich dagegen jahrhundertelang nur wenige Unterschiede, beispielsweise wurden Pharao-nen in Skulpturen häufig in ihrer Zeremonienkleidung dargestellt, mit einem gefalte-ten Schurz und nacktem Oberkörper, einem künstlichen Bart und einem Kopftuch oder einer Haube. Bsp.

    : Die Stele des Mykerinos (Stele bedeutet Grabsäule mit In-schriften und Abbildung des Verstorbenen) Mykerinos ist mit zwei Göttinnen darge-stellt; er zeigt keinen bestimmten Gesichtsausdruck und ist in gerader Haltung von vorne zu sehen. Typisch ist auch das "unechte Schrittmotiv", das eine Bewegung andeuten soll, es stehen jedoch beide Beine am Boden. Durch Statuen sollte auch die Herrlich-keit des Pharaos in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Das berühmteste Bei-spiel ist die Sphinx von Gizeh, deren Gesicht den Pharao Chephren darstellt. Zu den am besten erhaltenen Skulptu-ren gehört die Gruppe "Prinz Rahotep und seine Gemahlin Nofret". Wie da-mals üblich, ist der Körper des Mannes rotbraun bemalt, der seiner Frau gelb.

     Die Augen sind aus Bergkristall einge-setzt, das Material ist Kalkstein. Zeitweise wurde statt Stein häufig Ala-baster oder Holz verwendet. Typisch sind bemalte Holzmodelle, die für die Gräber von Prinzen bestimmt waren. Während des Mittleren Reichs führten die Bildhauer realistischere Details in ihre Skulpturen ein, besonders die Gesichter wurden individuell dargestellt. Die königli-chen Statuen wirkten nicht mehr "überirdisch entrückt" wie während des Alten Reichs, sondern zeigten mehr das wirkliche Aussehen der Herrscher. Bsp.

    : die Dar-stellung des Pharaos Sesostris, die einen individuellen Gesichtsausdruck zeigt. Typisch für die Bildhauerei des Mittleren Reichs waren die kleinen Figurengruppen aus Holz, die den vornehmen Verstorbenen mitgegeben wurden. Es wurden Szenen des täglichen Lebens dargestellt, wie Jagd, Schifffahrt, Landwirtschaft, Soldaten. Das Neue Reich brachte zahlreiche Bildhauerarbeiten hervor, die sich stilistisch stark unterschieden. Das Formenrepertoire wurde erweitert, lebensgroße Statuen aus Granit und Kolossalstatuen aus Kalk- und Sandstein wie die Darstellungen von Ram-ses in Abu Simbel wurden geschaffen. Sitzende Statuen mit dicht anliegenden Ar-men und Beinen waren weit verbreitet.

     Erwähnenswert sind auch die Porträts der Königin Hatschepsut. Eine lokal begrenzte künstlerische Erscheinung des Neuen Reichs war die Amarnakunst. Sie blühte in der Stadt Amarna während der Herr-schaft des Pharaos Echnaton. Er übte selbst Einfluss auf die künstlerische Gestal-tung aus. Die Künstler bemühten sich nicht nur um eine realistische Darstellung der Herrscher, sie versuchten die Eigentümlichkeiten des Auftraggebers noch zu beto-nen. Die Porträts von Echnaton zeigen einen Mann mit ovalem Gesicht, dicken Lip-pen, schmalen Schultern und runden Hüften.

     Die gleichen bizarren Züge, die an Ka-rikaturen erinnern, erscheinen auch in den Porträts der Töchter des Pharao. Berühmt sind die Porträts der Königin Nofretete, Echnatons Frau (Abb.). Der Einfluss der Amarnakunst blieb noch länger spürbar, obwohl Echnatons Nachfol-ger wieder zu den künstlerischen Traditionen der Vergangenheit zurückkehrten. Malerei Die ägyptische Malerei hat ihren Ursprung in der Bemalung von Töpferwaren. Man verwendete Erdfarben, die mit Pinseln aus Schilfrohr aufgetragen wurden.

     Die Farbe gehörte zu den wichtigsten Elementen der ägyptischen Kunst, nicht nur für die Wandmalerei, sondern auch für Reliefs, Inschriften und für die Architektur. Farbe ge-hörte zum Wesen der Dinge und durfte darum auch in der Kunst nicht weggelassen werden; Grün stand beispielsweise für Fruchtbarkeit und Leben und Schwarz für Trauer. Viele Bauwerke waren ursprünglich farbig bemalt. Bemalte Reliefs waren häufiger als reine Wandmalerei, die dann meist als billigere Technik das Relief erset-zen sollte. Zusammenfassend spricht man bei Relief und Malerei vom "Flachbild". Es wurde die Standlinie eingeführt, die einerseits den Boden darstellte, andererseits aber auch einen zeitlichen Ablauf, nach dem die Figuren aufgereiht waren.

     Auf die Raumtiefe und auf Schatten wurde verzichtet, die Motive hatten klare Umrisse. Es gab keine Hinweise auf Ort und Zeit. Die Bilder wurden "gelesen", das heißt, es kam nicht auf die Wirkung und den optischen Eindruck des Gesamtbildes an, wichtig war die vollständige "Aufzählung" der Gegenstände, teilweise wurde auch eine fortlau-fende Handlung dargestellt. Wandbilder in den Grabstätten sollten zum Beispiel den Verstorbenen die Dinge verschaffen, die er zum Weiterleben brauchte, zB Nah-rungsmittel. Für die Malerei gab es bestimmte Regeln, die bereits in der Anfangsphase der ägyp-tischen Kultur festgelegt wurden. Die Farben wurden nicht aufgrund eigener Natur-beobachtung, sondern gemäß dem traditionellen Farbschema aufgetragen.

     Auch der menschliche Körper wurde nach einem bestimmten Schema stilisiert. Die Figur wur-de so dargestellt, als sehe man sie aus verschiedenen Blickwinkeln. Man bevorzugte bei jedem Körperteil die Ansicht, bei der man ihn am eindeutigsten erkennen konnte. Der Kopf war im Profil, das Auge aber von vorne zu sehen, die Schultern und den Oberkörper zeigte man von vorne. Arme und Beine waren von der Seite zu sehen. Im Mittleren Reich wurden innerhalb einer gemalten Szene Unterschiede in der Figu-rengröße gemacht, nicht die natürliche Größe, sondern die Bedeutungsgröße wurde dargestellt.

     (= Bedeutungsperspektive) Sarkophage wurden meist in der Form einer menschlichen Gestalt angefertigt, es gab jedoch auch Särge mit geraden Seitenbrettern. Die Oberfläche war weiß oder gelb mit schwarzen Inschriften. Das Gesicht der Verstorbenen wurde aufgemalt, ei-nige Särge weisen auch florale Motive auf, in einer späteren Phase wurden auch Szenen der Einbalsamierung abgebildet. Sie wurden aus Holz oder Papiermasse hergestellt, zeitweise gab es auch massive Granitsarkophage. Zahlreiche Papyrusrollen wurden mit Schriftzeichen und Bildern geschmückt. Im tro-ckenen Klima Ägyptens sind sie erstaunlich gut erhalten geblieben.

     Das Kunsthandwerk Die Kunst stand vor allem im Dienst des Totenkults. Den Toten wurde in die Gräber möglichst alles mitgegeben, was sie nach den religiösen Vorstellungen der Ägypter auch im Jenseits brauchten. Daher entstanden zahlreiche kunsthandwerkliche Ge-genstände von unschätzbarem Wert und höchster technischer Perfektion. Es wurden Alabastervasen in unterschiedlichen Formen und Größen hergestellt. Al-lein in den unterirdischen Räumen der Pyramide des Pharaos Djoser fand man 35000 Gegenstände aus Alabaster. Das Grab der Mutter Cheops´, gibt Aufschlüsse über Möbel und Schmuck.

     Man fand beispielsweise einen Tragsessel, ein Ruhebett, einen Armsessel, Schmuckstücke wie silberne Armreifen mit eingesetzten Türkisen und Karneol in der Form von Schmetterlingen, die lange Zeit üblich war. Zeitweise gab es Einflüsse aus Kreta und aus dem Nahen Osten. Es wurden Bronzespiegel mit Griffen in Form von Lotosblüten geschaffen, goldene Halskragen und Ohrgehänge mit Glas und Edelsteinen. Die ägyptischen Künstler erreichten große handwerkliche Perfektion, beispielsweise wurden auf Ohrgehängen Inschriften und Miniaturdarstel-lungen des Pharaos beim Kampf gegen Feinde angebracht. Während des Mittleren Reichs erreichte die Keramik eine Blütezeit. Typisch sind tür-kis glasierte Gefäße oder Trinkschalen und Nilpferdfiguren mit aufgemalten Blumen.

     Das Nilpferd stellte die Schutzgöttin dar. Die Funde aus dem Grab des Tutanchamun, das 1922 entdeckt wurde, zeigen das Kunsthandwerk des Neuen Reichs. Man fand zahlreiche Vasen aus Alabaster und Stein, Kästchen für Schmuck, mit Gold beschlagene Ruhebetten usw. Der sogenann-te Kanopenschrein war für die Eingeweide des Pharaos bestimmt. Unter "Kanope" versteht man einen Krug. Der Schrein hat die Form eines Tempels und ist aus Holz, mit Goldblech verkleidet.

     Aufgerichtete Brillenschlangen, Figuren und Hieroglyphen-inschriften sollten Unheil abwehren. Im Inneren befand sich eine ähnliche Konstrukti-on aus Alabaster. Der berühmte Sarkophag Tutanchamuns war ebenfalls innen mit Hieroglypheninschriften bedeckt. Es waren drei Särge ineinandergefügt, die beiden äußeren waren aus vergoldetem Holz angefertigt, der innerste war aus purem Gold; der Kopf wurde mit Edelsteinen und farbigem Glas verziert und zeigt großes hand-werkliches Können. Der Thron des Tutanchamun war mit Einlegearbeiten aus Kera-mik und Glas versehen und reich verziert, die Lehne zeigt den Pharao mit seiner Frau. Im Neuen Reich gewann die Schnitzerei und Einlegearbeit an Bedeutung; die Kera-mik diente hauptsächlich zur Herstellung von blau und grün glasierten Grabfiguren, die dazu vorgesehen waren, für den Verstorbenen im Jenseits die niedrigen Arbeiten zu verrichten.

    

 
 




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