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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Die verwirrungen des zögling törleß


1. Drama
2. Liebe

Der Zögling Törleß wird im Konvikt zu W. unterrichtet. Obwohl er anfangs darauf gedrängt hat, von zu Hause fortzugehen, packt ihn bald das Heimweh. Weder der Unterricht, noch die Spiele nach der Schule und alles andere, was den Zöglingen noch geboten wird, kann Törleß fesseln. Beinahe täglich schreibt er einen Brief nach Hause. Er fühlt sich sehr unzufrieden und tastet ständig nach etwas Neuem, an das er sich stützen könnte. Eines Tages kommt ein junger Fürst ins Institut, mit dem er sich sofort anfreundet, obwohl die anderen den Neuling auslachen und fad finden. Doch nach einiger Zeit kommt es zum Bruch zwischen den beiden, und bald darauf tritt der Fürst wieder aus dem Konvikt aus. In dieser Zeit wird es wieder sehr still um Törleß.
Als die Zöglinge wieder einmal zwei Tage frei haben, kommen Törleß´ Eltern ihn im Institut besuchen. Alle haben große Freude am Wiedersehen mit ihren Eltern und verbringen eine schöne Zeit. Nachdem alle die Eltern wieder zum Bahnhof gebracht haben und wieder auf dem Heimweg sind, gehen Törleß und sein älterer Kamerad Beineberg noch in eine Konditorei, da die beiden die Erlaubnis zu längerem Ausbleiben haben. Beineberg erzählt Törleß von seiner Familie, doch Törleß, der mit seinen Gedanken nicht beim Thema ist, hört gar nicht zu, was sein Freund spricht. Auf dem Heimweg besuchen die beiden noch eine Freundin Beinebergs, eine Prostituierte namens Bozena, von der Törleß ziemlich angetan ist. Zurück im Heim schleichen sich die drei Kameraden Beineberg, Reiting und Törleß in ihr gemeinsames Versteck. Dort berichtet ihnen Reiting, daß er denjenigen ausfindig machen konnte, der einigen Mitschülern Geld gestohlen hat. Es ist Basini, der Reiting und Mitschülern Geld schuldet und stiehlt, um es zurückzahlen zu können. Daraufhin beschließen Reiting und Beineberg, Basini für seine Taten zu bestrafen, indem sie ihn sich dienstbar machen. Törleß ist aber über die Tatsache, daß Basini ein Dieb ist und er nicht öffentlich angeklagt und aus dem Konvikt ausgeschlossen wird, entsetzt. Reiting und Beineberg halten das Eigentumsdelikt Basinis geheim, um ihn zu quälen und sexuell zu mißhandeln. Sie mißhandeln Basini physisch, und Törleß quält ihn mit psychischen Mißhandlungen, denn er will Auskunft über die fremde Unmoral seiner aufkeimenden Gefühle erlangen. Vom "animalischen" Gehabe seiner Kameraden zugleich angetan und abgestoßen, verharrt Törleß in einem Zustand der Ichspaltung. Der pubertäre Zögling verwandelt die gegebene Realität in Bilder sehnsüchtiger Phantasien, die sich als Symbole einer noch unbekannten Sexualität bemerkbar machen und sieht bald eine Verwandtschaft zwischen seinen sexuellen Phantasien und Basinis Diebstahl. Ferner wünscht er Aufklärung über Basinis homosexuelles Verhältnis zu Reiting und Beineberg. All das gipfelt in einer Nacht, in der sich Törleß von Basini verführen läßt. Als die anderen Zöglinge nach den freien Tagen wieder ins Heim kommen, beginnt Törleß Basini vor den Intrigen Reitings und Beinebergs zu warnen. Törleß gibt ihm den Rat, sich wegen des Eigentumsdelikts selbst zu stellen und so Beineberg und Reiting zuvorzukommen. Die beiden herrschsüchtigen und skrupellosen Kameraden hetzen mittlerweile die Klasse gegen Basini auf. Als sich diese in laienhafter Lynchjustiz austoben, entsteht ein schulinterner Skandal, als dessen Folge nun auch Törleß sein Verhalten rechtfertigen muß; die homosexuelle Phase kann jedoch vertuscht werden. Basini wird strafweise aus dem Konvikt entlassen. Törleß´ Wunsch, das Internat zu verlassen und der Entschluß des Lehrerkollgeiums, ihn zu entlassen, da man sich der Erziehung nicht länger gewachsen fühlt, gehen konform.

"Die Verwirrungen des Zögling Törleß" war Robert Musils literarischer Erstling und machte ihn über die Grenzen Österreich-Ungarns bekannt. In diesem Roman, der vordergründig das Erwachen sadistisch-triebhafter Gelüste Heranwachsender in der Eliteschule zu W. thematisiert, verarbeitet Musil nicht zuletzt die eigene Internatszeit in Mährisch-Weißkirchen und das Erlebnis homosexueller Neigungen in der Jugendzeit. Auf die unwirtliche Fremde des Instituts reagiert Törleß mit Heimweh nach dem Schutz seiner Eltern - für Musil Anlaß, um in der Figur des Törleß eine Psychologie der Sehnsucht nach einer zweiten, imaginären Wirklichkeit darzustellen. In Törleß inszeniert Musil sich selbst, allerdings nicht in plumper Reproduktion.

 
 

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