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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Aufklärung:g.e. lessing- nathan der weise


1. Drama
2. Liebe



Aufklärung( Nathan der Weise- Gotthold Ephraim Lessing)

· Immanuel Kant(deutscher Philosoph- 1724- 1804)

· Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit

· Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen

· " Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen"à Wahlspruch der Aufklärung

· Faulheit und Feigheit sind Ursachen, warum großer Teil der Menschen zeitlebens unmündig bleibenà es ist bequemà andere Leute könne für mich denken

· Zur Aufklärung wird nichts erfordert außer: Freiheità von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlich und frei Gebrauch zu machen

· Epochenüberblick: Aufklärung (1720- 1800):

· Zwei bedeutende philosophische Ströme:

· Empirismusà nach dem die Erkenntnis auf der Sinneswahrnehmung beruht

· Rationalismusà nach dem die Erkenntnis aus dem Gebrauch von "ratio", der im Verstand gegründeten Denkfähigkeit, resultiert

· "cogito ergo sum" - Ich denke, also bin ichà René Descartes

· neue bürgerliche Gesellschaft setzt auf Vernunft, Bildung und Erziehung

· klare Begriffe und logisches Denken waren das Ziel

· mit ihrer Hilfe sollte auch die Emanzipation der Menschen aus religiöser dogmatischer Bevormundung vorangetrieben werden

· Tugend wird zum Leitbegriff und Hauptziel der Epoche





· Das Gute und Vernünftige werden gleichgesetzt

· Tugendhaftes Verhalten bringt das Handeln mit Vernunft in Einklang

· Aus dieser Überzeugung erwächst Fortschrittsoptimismus, der zum Gegensatz zu dem "Vanitas"- Gedanken des Barock steht

· Literatur soll "nützen/ lehren und erfreuen

· Fabeln in Prosa- und Versform nehmen breiten Raum ein

· Neuerungà bürgerliches Trauerspiel, dass bürgerliche Personen und ihre Weltauffassung ins Zentrum der Handlung rückt und Standeskonflikte in kritischer Absicht auf die Bühne bringt

· "Moralische Wochenschriften" wollten Erkenntnis und Einsicht der Gelehrten und Philosophen möglichst vielen bürgerlichen Lesen vermitteln

· Wichtige Autoren und Werke:

· Johann Christoph Gottsched

· Gotthold Ephraim Lessing- Emilia Galotti (bürgerl. Trauerspiel); Nathan der Weise (Drama)

· Christoph Martin Wieland/ Ulrich Bäker/ Georg Christoph Lichtenberg/ Sophie von La Roche



Nathan der Weise- Gotthold Ephraim Lessing:

· Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen( 5-hebigen Jamben):





Als der reiche Jude Nathan von einer Handelsreise heimkehrt hört er, dass seine Tochter Recha- die er statt seiner sieben von Christen getöteten Söhne angenommen hat- bei einer häuslichen Feuerbrunst von einem jungen Tempelherr aus den Flammen gerettet wurde. Der glückliche Nathan will dem deutschen Tempelherrn, einem Gefangenen des Sultans Saladin, seinen Dank erweisen und lädt ihn zu sich ins Haus. Doch der lehnt ab, weil der Alte ein Jude ist. Aber Nathan bringt dem jungen Mann so viel Verständnis und Warmherzigkeit entgegen, dass der Tempelherr sich schließlich mit Freuden bereit erklärt, Recha zu besuchen. Inzwischen wird Nathan vom Sultan zu sich gerufen, der sich in Geldverlegenheit befindet und ihn um Geld erpressen will. Dies will er mit der Frage nach der besten Religion erreichen- die des Muselmannes, des Juden oder des Christen. Darauf erzählt Nathan die berühmte Parabel von den drei Ringen( nach Boccaccio), die einander so gleichen, dass man sie nicht zu unterscheiden vermöge. So sei auch der eine Glaube ebenso viel wert wie der andere. Der tief berührte Sultan schließt mit dem Juden Freundschaft, der ihm nun von sich aus Geld anbietet. Unterdessen hat der Tempelherr seine Liebe zu Recha entdeckt und bittet Nathan um ihre Hand. Der Alte zögert, weil er an dem Tempelherrn eine Ähnlichkeit mit Rechas wahrem Vater entdeckt hat. Als der Tempelherr von der Daja erfährt, dass Recha eine Christin ist, verklagt er den Juden beim Patriarchen. Der schickt einen Klosterbruder, um das Problem zu ergründen. Schließlich holt der Mönch ein Gebetbuch hervor, das arabische Aufzeichnungen über Rechas Abstammung enthält. Nathan entziffert den Text, aus dem hervorgeht, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind. Ihr gemeinsamer Vater war kein anderer als des Sultans Bruder Assad, der einst nach





Deutschland verschlagen wurde. Somit ist Saladin ihr wahrer Oheim. Die Angehörigen dreier Religionen finden sich so zu einem glücklichen Bunde.







· Die Handlung:

· Erster Aufzug/ 1.Auftritt) 1/1 (Nathan/ Daja)

· Nathan kehrt von seiner Reise zurück, erfährt von Daja, dass Recha fast verbrannt wäre, wenn der junge Tempelherr sie nicht gerettet hätte.

· Nachdem Dajas Versuch gescheitert ist, den Tempelherrn einzuladen, will Nathan ihn suchen um ihm zu danken

· Aus Dajas Erzählungen weiß Nathan, dass Rechas Seele für den Tempelherrn schwärmt und sie ihn für einen Engel hält

· 1/ 2 ( Nathan, Daja, Recha):

· Recha hat sich in ihren Retter verliebt, deren Liebe bis jetzt jedoch unbeantwortet bleibt

· Nathan versucht Recha nahezubringen, dass der Tempelherr ein Mensch und kein Engel sei, obwohl der dem sicheren Tod durch den Sultan entging, was wohl aber an der äußeren Ähnlichkeit zu Saladins Bruder Assad lag

· 1/3( Nathan, Derwisch Al Hafi)

· der Derwisch ist zum Schatzmeister des Sultans geworden und hofft auf ein Darlehen für den Sultan von Nathan





· der verweigert Al Hafi in seiner Eigenschaft als Schatzmeister das Darlehen und rät ihm in die Wüste zu gehen, da er leicht verlerne unter Menschen ein Mensch zu sein

· ehe er sich nach dem Tempelherrn erkundigen kann ist der Derwisch weg

· 1/4 (Nathan, Daja):

· Daja teilt Nathan mit, dass der Tempelherr wieder unter den Palmen wandelt



· Er beauftragt sie, in seinem Namen den Tempelherrn ins Haus einzuladen

· Da sie weiß, dass er auf ihr Bitte nicht eingehen wird, da Nathan ein Jude ist, soll sie ihn wenigstens nicht aus den Augen verlieren

· 1/5(Tempelherr, Klosterbruder)

· Klosterbruder trifft sich mit Tempelherrn unter den Palmen um ihn einen Plan vom Patriarchen vorzutragen

· Der Tempelherr soll an König Phillip einen Brief überbringen und ihn die Stelle der Mauer von Jerusalem bezeichnen, wo sich leicht eine Bresche schlagen lassen würde und soll außerdem an der Spitze von ausgewählten Maroniten den Feind der Christenheit: Saladin ermorden

· Doch der Tempelherr lehnt ab, möchte nicht dem der ihn frei gelassen hat in den Rücken fallen

· Der Klosterbruder ist froh über dessen Entscheidung







· 1/6( Tempelherr, Daja):

· der Tempelherr lehnt die durch Daja überbrachte Einladung mit der Begründung ab: "Jud ist Jud"

· 2/1( Saladin, Sittah):

· Saladin und seine Schwester Sittah spielen Schach

· Doch Saladin ist uninteressiert, nicht ganz bei der Sache, da ihn Geldsorgen quälen





· 2/2( Saladin, Sittah, Al Hafi):

· Die Hoffnung Saladins, dass Al Hafi ihm die Rettung aus seinen Geldsorgen bringt wird enttäuscht

· Es kommt raus, dass sogar seine Schwester ihren Unterhalt selbst finanziert

· Saladin beauftragt Al Hafi bei finanzkräftigen Leuten Geld zu borgen, dabei kommt Sittah auf Nathan zu sprechen

· Al Hafi, in Kenntnis der ablehnenden Haltung Nathans in Geldverleihdingen verleumdet seinen Freund und entzieht sich der peinlichen Situation

· 2/3( Sittah, Saladin):

· Sittah misstraut den Reden Al Hafis da sie Nathans Ruf im Volk kennt

· Sie will eine Verbindung zwischen Nathan und ihrem Bruder herstellen







· 2/4( Recha, Nathan, Daja):

· Recha und Nathan machen sich auf den Weg zum Platz unter den Palmen

· Recha hat Angst, dass durch das lange Ausbleiben Nathans der Tempelherr verpasst worden sei

· Doch der Tempelherr ist ganz in der Nähe und so bittet Nathan Recha und Daja ins Haus zu gehen, da er mit dem Tempelherrn reden möchte und dieser sicherlich kehrt machen würde, würde er Recha sehen

· 2/5( Nathan, Tempelherr):

· zuerst begegnet der Tempelherr Nathan schroff und ablehnend doch ändert sich seine Meinung durch Nathans souveräne Menschenbehandlung ins positive

· er zeigt nun eine gewisse Achtung vor Nathan

· auf Seiten des Tempelherrn schwingt jetzt eine Sorge um Recha, auf Seiten Nathans eine Erleichterung um ihre Liebe

· 2/6( Nathan, Tempelherr, Daja):

· Daja überbringt die Nachricht, dass ein Bote Saladins Nathan zu sprechen wünsche

· 2/7(Nathan, Tempelherr):

· Nathan möchte den Sultan treffen, da durch seine Erlösung des Tempelherrn seine Tochter gerettet werden konnte

· Nathan hat in Tempelherrn einen Freund gefunden, der nun auch bereit ist ihn und Recha zu besuchen





· Bei der Nennung des Namens des Tempelherrn Curd von Stauffen fühlt sich Nathan an seinen einstigen Freund Wolf von Filnek erinnert

· 2/8(Daja, Nathan):

· Nathan ruft die lauschende Daja herbei und ermahnt sie, über Rechas Abstammung Stillschweigen zu bewahren und den Tempelherrn nicht mit neugierigen Fragen zu belästigen

· 2/9(Nathan, Al Hafi):

· Al Hafi, der vergeblich versucht hat Geld zu leihen, teilt seinen Entschluss mit wieder dahin zurückzukehren wo er hergekommen ist und versucht Nathan davon abzubringen zu Saladin zu gehen, da dieser ihm noch alles nehmen würde

· Weil Al Hafis Schilderungen über den Sultan jedoch übertrieben erscheinen lässt sich Nathan von seinem Entschluss nicht abbringen

· 3/1(Recha, Daja):

· Recha und Daja können angekündigten Besuch des Tempelherrn nicht mehr erwarten

· Dajas Wunsch Rechas Rückkehr zur christlichen Religionsgemeinschaft bleibt Recha verschlossen, da Daja Nathan das Wort der Verschwiegenheit gegeben hat

· Doch Rechas Argumentation von der natürlichen Religion zeigen sie als geistige Tochter Nathans









· 3/2(Recha, Daja, Tempelherr):

· als der Tempelherr den Kniefall Rechas mit Befremden zurückweist, beginnt sie spottend den Vergleich mit dem "Wassereimer" beim Feuerlöschen und der Ritterlichkeit mit einem Dressurakt

· gleichzeitig entflammt in Tempelherr die Liebe zu dem Mädchen

· erkennt zwischenzeitlich aber, dass Recha ein anderes Mädchen ist, als das, welches er aus den Flammen gerettet hat und verliebt sich endgültig in sie

· entwindet sich jedoch der Situation indem er vorgibt mit Nathan verabredet zu sein und verlässt fluchtartig den Raum

· 3/3(Daja, Recha):

· Recha begreift die Anspielungen Dajas nicht, die vom Standpunkt der erfahrenen Frau aus spricht

· Recha begreift nur, dass siein ihrem Innern ruhiger und gelöster ist

· 3/4 (Saladin, Sittah):

· Saladin fühlt sich in seiner Rolle, als Feilscher um Geld, nicht wohl

· Lässt nun aber von seinen Geldgeschäften ab und konzentriert sich nur auf einen Disput mit Nathan

· 3/5(Saladin, Nathan):

· Nathans ehrerbietiger Haltung begegnet Saladin mit zupackender Geradheit, als er die eigentlich Frage vorbringt, welchen Glauben, welches Gesetz Nathan am meisten einleuchtet





· Welche Religion ist die Wahre

· 3/6(Nathan):

· die Frage, die die Wahrheit fordert verblüfft Nathan, da er doch auf eine Frage nach Geld vorbereitet war

· er fühlt sich jedoch zur Vorsicht gemahnt, denn er kann sein Judesein auch nicht verleugnen

· so will er seine Antwort in ein belehrendes Märchen kleiden

· 3/7(Nathan, Saladin):

· Nathan erzählt dem Sultan die Ringparabel

· In dieser heißt es, dass alle drei Religionen ihre Eigenständigkeit als historisch gebundene Erscheinungsform hat

· Keine hat allerdings allgemeine Gültigkeit, keine ausschließlich führt den Menschen zur Vollendung

· Man soll keiner der drei Religionen den Vorzug geben, denn vor Gott sind sie alle gleich und diejenige ist die Beste, die am meisten mit den anderen in der von "Vorurteilen freien Liebe" wetteifert

· Angesichts dieser Parabel fühlt sich Sultan beschämt solch eine Frage gestellt zu haben

· Er ist betroffen und will Nathan zu seinem Freund machen

· Umso beschämender ist es für ihn als Nathan ihm Geld anbietet







· Als dieser ihm auch noch von dem Tempelherrn erzählt, der Recha aus dem Feuer gerettet hat, bittet Saladin Nathan ihn zu ihm zu bringen

· Er möchte ihn seiner Schwester zeigen, denn der Tempelherr sieht dem Bruder, den Sittah nie gesehen hatte, sehr ähnlich

· 3/8( Tempelherr):

· Tempelherr unterzieht sich einer Gewissenserforschung

· Fühlt sich nicht mehr als derselbe, als der er ins Heilige Land gekommen war

· Er erinnert sich an vorurteilsfreies Denken, das ihm Nathan und sein Vater vorgelebt haben

· Er will an der Seite aufgeklärter Männer ein Leben in Gefahr führen, als in seiner Ordensgemeinschaft als ein unaufgeklärtes unmündiges Kind gelten

· 3/9(Tempelherr, Nathan):

· Nathan bittet Tempelherrn mit ihm zu Saladin zu kommen

· Tempelherr gesteht ihm Liebe zu Recha, will diese zur Frau nehmen

· Doch Nathan willigt nicht ein, da Abstammung des Tempelherrn nicht klar ist

· Tempelherr will nicht mit Nathan ins Haus--> da brennts --> Feuer

· 3/10(Tempelherr, Daja):

· Daja nähert sich Tempelherrn, da sie durch die Ehe eine Errettung Rechas als Christin sieht

· Doch als sie von der Kühlheit Nathans erfährt, erzählt sie Tempelherrn die Wahrheit: dass Recha eine Christin ist und Nathan nicht ihr wahrer Vater





· Tempelherr wirft ihm nun die Entfremdung des Christenmädchens Recha durch Erziehung im jüdischen Glauben vor

· 4/1( Klosterbruder, Tempelherr):

· Tempelherr will den Patriarchen um Rat fragen

· Klosterbruder hofft auf Sinneswandel des Tempelherrn in Bezug auf den Plan

· 4/2(Tempelherr, Klosterbruder, Patriarch):

· Tempelherr trägt dem Patriarchen ohne Namen zu nennen Geschichte von Nathan und Recha vor

· Dieser will jedoch wissen ob es Fiktion oder Faktum ist, denn bei Zweitem müsste der Jude mit dem Tod durch Verbrennen bestraft werden

· Die Intolerante Haltung des Patriarchen sehend verweigert der Tempelherr jegliche Namensnennung

· Nach Abgang des Tempelherrn beauftragt Patriarch den Klosterbruder den Juden ausfindig zu machen

· 4/3(Saladin, Sittah):

· Sittah zeigt ihrem Bruder ein Gemälde, dass den gemeinsamen Bruder Assad zeigt

· Der Sultan will das Gemälde nun mit dem Tempelherrn vergleichen um zu sehen, ob dessen Ähnlichkeit wirklich so verblüffend vollkommen ist







· 4/4(Tempelherr, Saladin):

· angesichts der auffallenden Ähnlichkeit mit seinem Bruder bietet der Sultan dem Tempelherr ungeachtet seiner Religion seine Freundschaft an

· der Tempelherr erzählt nun von Nathan und seine vergebliche Werbung um Recha

· Saladin kann jedoch Verhalten Nathans nicht verstehen, sieht ihn doch als Freund und fordert Tempelherrn zur Besonnenheit auf

· Der Sultan kann aber, obwohl betroffen über die Bekenntnisse des Tempelherrn in obiger Angelegenheit den Patriarchen aufgesucht zu haben, hat aber auch dafür Verständnis

· Er schickt den Tempelherrn nun um Nathan zu holen und verspricht ihm, dass er Recha bekommen wird

· 4/5(Saladin, Sittah):

· ein Schritt auf die Enthüllung der familiären Situation ist getan, als Sittah auch eine Ähnlichkeit mit Assad erkennt und Saladin von Gerüchten berichtet, Assad sei bei Christendamen willkommen gewesen

· Sittah möchte Tempelherr unterstützen und wünscht Recha in den Palast holen zu lassen

· Saladin ist unter der Bedingung, dass Nathan nicht glauben soll, dass sie ihn mit Gewalt von Recha trennen wollen, einverstanden











· 4/6( Nathan, Daja):

· Daja versucht Nathan dazu zu bewegen Rechas Heirat mit Tempelherr zuzustimmen

· Sie will Recha wieder in die Gemeinschaft der Christen zurückführen

· Nathan bittet sie jedoch um einige Tage Geduld, da er zuerst Gewissheit über seine Herkunft haben will

· 4/7(Nathan, Klosterbruder):

· der Klosterbruder ist nun vom Patriarchen beauftragt den Juden zu finden der ein Christenkind aufzieht

· doch er ist nun bei Nathan, da er derjenige Reitknecht war der ihm damals das Kind gebracht hat

· Nathan, der gerührt ist, anvertraut ihm die Ereignisse jener Tage

· Seine Frau und ihre gemeinsamen sieben Söhne waren drei Tage zuvor von Christen umgebracht worden

· Nie wollte er mehr den Christen verzeihen

· Doch als ihm der Reitknecht das Kind überbrachte, wollte er sie in siebenfacher Liebe umgeben

· Nun ist er bereit das Mädchen ziehen zu lassen, zu ihren Blutsverwandten

· Der Klosterbruder soll ihm Auskunft über die Familie des ehemaligen Herrn geben, ist dazu aber außerstande







· Er erinnert sich aber eines Breviers( Gebetbuch), in dem der Herr damals all seine Verwandtschaft hineingeschrieben hat

· 4/8(Nathan, Daja):

· Sittahs Boten sind inzwischen gekommen um Recha mit sich zunehmen

· Daja befürchtet nun, dass Recha dem Sultan zugeführt werden soll

· Um dem Tempelherrn zu helfen, will sie nun bekannt geben, dass Recha von Christen abstammt

· 5/1(Saladin, Mamelucken):

· die lang erwartete Karawane von Kahira ist gemeldet, die den siebenjährigen Tribut der reichen Nilprovinz mitbringt

· Saladin erweist sich gegenüber den Mamelucken als der gleiche freigebige Sultan, der er immer gewesen

· 5/2(Emir Manson, Saladin):

· der Emir berichtet von Schwierigkeiten, die die Abreise verzögert hat

· nun soll er den größten Teil des Geldes an Saladins Vater im Libanon überbringen

· 5/3(Tempelherr):

· Tempelherr geht vor dem Haus Nathans auf und ab

· Will, obwohl Saladin ihn beauftragt hat Nathan zu holen, das Haus nicht betreten

· In einem Monolog erkennt er seinen Zorn als kleinlich und intolerant









· Als er Nathan in Begleitung des Klosterbruders das Haus verlassen sieht, macht er sich Vorwürfe, er glaubt, dass durch seine Schuld dem Patriarchen schon alles verraten worden istà zeigt Reue

· 5/4(Nathan, Klosterbruder):

· Klosterbruder erzählt Nathan, dass es ein Tempelherr war, der ihn beim Patriarchen verraten hat

· Doch Nathan lässt sich davon nicht beirren

· Nun hat er den Brevier, der ihm Gewissheit über alles gibt, und möchte nun damit zum Sultan

· 5/5(Nathan, Tempelherr):

· Tempelritter eröffnet erregt Nathan, dass er an den Nachforschungen des Patriarchen Schuld habe

· Den Ausschlag habe Nathans Reaktion auf seine Werbung und Dajas Mitteilung über deren christliche Abstammung gegeben

· Um einer Entführung ins Kloster vorzubeugen will er sie heiraten

· Nathan lehnt erneut ab, da es nun zu spät sei (er weiß das Tempelherr und Recha Geschwister sind)

· Die Enthüllung habe auch ihr Gutes, so Nathan, denn so habe er Rechas Bruder ausfindig gemacht, dem man das Mädchen getrost übergeben könnte

· Der Tempelherr meint jedoch, dass sie doch immer noch eine Jüdin wäre unter Christen, Nathans Erziehungsarbeit zuschanden gemacht werde





· Der Tempelherr will nun ohne noch jemanden zu fragen, Recha für sich gewinnen

· Doch Nathan eröffnet ihm, dass diese bei des Sultans Schwester sei

· 5/6(Sittah, Recha):

· Recha ist im Gespräch mit Sittah untröstlich, dass sie ihren Vater verlieren soll

· Daja hatte ihr mitgeteilt, das Nathan nicht ihr leiblicher Vater sei

· Die Reaktion Rechas ließ Daja jedoch bewusst werden, dass das was im blinden missionarischen Eifer geschah, ein Verderben wider den Seelenfrieden ist

· Damit wird der Jammer Rechas zur Anklage gegen die Intoleranz

· 5/7(Saladin, Sittah, Recha):

· dem Sultan gegenüber erhebt sich die gleiche Frage, ob das Blut den gleich den Vater mache

· Saladin wird klar, dass Recha ihre christliche Abkunft bekannt ist

· Angesichts dessen muss er die geistige Vaterschaft über die biologische stellen

· Saladin bietet sich als dritter möglicher Vater anàRingparabel

· 5/8(Saladin, Sittah, Recha, Nathan, Tempelherr):

· angesichts der Tränen Rechas will Nathan nichts von der Zurückzahlung des Geldes wissen

· Nathan tröstet sie mit dem Hinweis, dass er als Vater nicht verloren

· Saladin versucht nun Recha in eine Verlobung mit Tempelherr überzuleiten

· Energisch gebietet Nathan dem Einhalt

· Er erwähnt den Bruder Rechas, der mitzusprechen habe





· Nun folgt rasch nacheinander kunstvoller Steigerung die Enthüllung

· Zunächst erfährt der Tempelherr, dass er nicht Curd von Stauffen, sondern Leu von Filnek ist , sein Vater Wolf von Filnek, Ehegemahl einer Stauffin, war selbst kein Deutscher

· Sodann erklärt ihm Nathan, dass er Rechas Bruder ist

· Rechas wahrer Name ist Blanda von Filnek

· Doch noch immer steht eine Überraschung aus

· Saladin, der die Wahrheit schon erahnt hat, erkennt, in dem von Nathan mitgebrachten Brevier, die Handschrift seines Bruders

· Gerührt schließt er das Geschwisterpaar als Neffe und Nichte in die Arme

· Über den gerührten Umarmungen, die nun alle miteinander vereinen, schleißt sich der Vorhang

· Die Figuren:

· Die Christin Daja:

· Daja ist Witwe eines Kreuzfahrers, der mit Kaiser Friedrich in den Orient gekommen war und zusammen mit ihm das Leben verloren hat

· Als Gesellschafterin Rechas lebt sie in Nathans Haus

· Daja trögt ihre Religion, wie andere eine kostbare Zier

· Ihrer schwärmerischen Gläubigkeit, entspricht die Überzeugung, es sei ihr Missionsauftrag, dafür zu sorgen, dass Recha zum christlichen Glauben zurückfindet





· Dieser Aufgabe widmet sie sich mit vollem Eifer

· Das Auftauchen des Tempelherrns und die Möglichkeit einer Ehe Rechas mit ihm erscheint ihr in ihrem begrenzten Verstand wie ein Wink des Himmels

· Als sich das Projekt einer Heirat scheinbar am Widerstand Nathans zu zerschlagen droht, wird Daja aus glaubenseifriger Dummheit zur Intrigantin

· Sie enthüllt dem Tempelherr Rechas Herkunft, die den jungen Mann schließlich ratsuchend zum Patriarchen treibt

· Entfernt von jeglichem Gefühl für die wahre Bedeutung der Vater-Tochter- Beziehung zwischen Nathan und Recha, fügt sie Recha den größten Seelenschmerz zu, indem sie ihr offenbart, dass der Jude Nathan nicht ihr Vater ist

· Ob Daja nun mit kupplerhafter Geschwätzigkeit sucht, den Tempelherrn in Rechas Nähe zu bringen, ob sie sich mit Selbstvorwürfen quält, an Rechas Unseligkeit mitschuldig zu werden, ob sie schließlich mit dem liebsten Menschen, den sie hat, das Schlimmste zufügt, was sie ihm zuzufügen vermagà immer sind ihre Handlungen vom Glauben geprägt

· Obwohl sie an der Seite Rechas lebt, vermag sie nicht das Große an Nathans Erziehungswerk zu sehen

· Glaubenseifer verstellt ihr den Blick

· Gut ist Daja in einem engen, persönlichen Sinnàobjektiv aber ist sie böse

· Sie personifiziert die religiöse Verblendung





· Der Tempelherr:

· In Gefangenschaft entgeht der Tempelherr auf wunderbare Weise der Hinrichtung durch den Sultan Saladinà da er seinem Bruder Assad ähnelt

· Ohne zu zögern setzt der Tempelherr das soeben wiedergewonnene Leben aufs Spiel und rettet Recha aus den Flammen

· Er entzieht sich jedoch allen Danksagungen

· Erst Nathans Bemühungen gelingt es, die Vorurteile des Mannes zu überwinden

· Er verliebt sich in Recha

· Aber Nathans Zögern stürzt ihn in Zweifel

· Hinzu kommt die intrigante Mitteilung Dajas über Rechas wahre Abstammung

· Der Tempelherr wendet sich an den Patriarchen, wird aber von dessen rachsüchtiger Herzenskälte abgestoßen

· Ein Gespräch mit Saladin veranlasst ihn dazu, alle Rachepläne aufzugeben

· Als er Nathan schließlich in Gefahr zu sehen meint, die durch seine Frage an den Patriarchen heraufbeschworen worden ist, gesteht er sich ein, dass erst Nathans Erziehung es gewesen ist, die Recha zu einem liebenswerten, vollkommenen Menschen gebildet hat

· Mit edlem Freimut gesteht er Nathan gefehlt zu haben

· Im Tempelherrn schuf Lessing eine Männergestalt, die von inneren Wiedersprüchen zerrissen ist





· Als Christ und überzeugter Streiter für seinen Glauben begegnet er uns, anerzogenen Glaubensvorurteile lassen ihn auf Anhänger anderer Religionen , besonders Juden, herabsehen

· Nathans Vorbild, seine Weisheit und Güte, lassen ihn Zugang finden zu der Gemeinschaft der aufgeklärten Männer

· So wandelt sich durch aufklärerische Erziehung die intolerante Haltung des jungen Ritters zu einer tolerant- menschlichen

· Der Klosterbruder:

· 18 Jahre vor der Begebenheit der Handlung war er noch Reitknecht Wolf von Filneks gewesen und war derjenige der Nathan das Kind überbracht hat

· als Laienbruder ist er an das Gelübde des Gehorsams gebunden

· das nützt Patriarch aus, indem er ihn zu seinem Spion erniedrigt

· er soll Tempelherr für Mordtat am Sultan gewinnen und herausfinden, wer der Jude ist, der ein Christenkind erzieht

· doch das natürliche Gefühl des Klosterbruders für Recht und Unrecht gerät zu dem Gelübde des Gehorsams in Widerstreit

· so freut er sich herzlich, als der Tempelherr, den Auftrag nicht annimmt und solidarisiert sich mit Nathan

· der Sinn der christlichen Religion ist für ihn, die Menschen zu Gottergebenheit und zur Tugend zu erziehenà hier fühlt er sich Nathan sinnverwandt









· gerade wegen seiner frommen Herzenseinfalt, die Gegensatz zu der herrschsüchtigen Weltklugheit des Patriarchen ist, verfügt die Gestalt des Klosterbruders über mannigfache liebenswerte Züge

· Der Derwisch Al- Hafi:

· Auch er ist wie Klosterbruder ein Weltflüchtling

· Ist wie Klosterbruder mit weltlichen Angelegenheiten befasst

· Saladin hat in ihm den Gerechten erkannt und ihn als Schatzmeister eingestellt

· Doch sein Amt bringt ihm wenig Freude

· So Bedarf es nur noch des rechten Anstoßes, um ihn zum Abschied aus der Welt der Menschen zu bewegen

· Er flüchtet, da er Scheinwerten der Welt so gründlich abgeneigt ist

· Sultan Saladin:

· Tapfere und edle Wesensart des Herrschers

· Der Krieg ist ihm nicht Selbstzweck, noch eine Sache der Religion

· Die Versöhnung, die gegenseitige Respektierung der Religionen ist sein Konzept für die Befriedigung des Orients

· Obwohl bescheiden und bedürfnislos, befindet sich Saladin in finanzieller Krise: Großmut und Freigebigkeit gegenüber anderen haben die Hoffinanzen ruiniert

· Selbst in dieser Situation aber weist er den Derwisch an, auf keine Fall von denen Geld zurückzunehmen, die durch seine Gaben reich geworden sind

· Sultan hat stark ausgeprägten Familiensinn





· Wenn sich Nathan und Saladin zu jenem berühmten Gespräch finden, das im Zentrum der Handlung steht, begegnen einander Ebenbürtigkeit

· Sultan und Nathan, sind in einem höheren Sinne miteinander verwandt, als es Familienbande zu begründen vermöge

· Sie sind Repräsentanten einer aufgeklärten, toleranten Menschheit

· Ihr Freundschaftsbund gründet sich auf geistige Gemeinschaft

· Sittah:

· Zu Wesensmerkmalen Sittahs gehört die praktische, tätige Vernunft

· Sie hat Hofhaltung finanziert, von ihr kommt der Plan an Nathans Geld zu kommen und auch von ihr kommt Vorschlag Recha in den Palast zu holen

· Doch bei aller Freiheit der Charakterzeichnung kann nicht übersehen werden, dass diese Gestalt dem Sultan gegenüber ein wenig farblos bleibt

· Ihre Gedanken, Ziele, Wünsche und Handlungen bleiben auf Nahes gerichtet, auf die Hofhaltung, die Finanzen, die Menschen in ihrer Umgebung

· Es mindert nicht den Wert dieser Gestalt, wenn man feststellt, dass sie trotz edler, aufgeklärter Gedanken, im Grunde doch dem Harem angehört

· Recha:

· Recha wuchs als vermeintliche Tochter Nathans in jüdischem Glauben auf und wurde durch Nathans Erziehung zu einem geistig mündigen Menschen









· So eifrig auch Dajas Bekehrungsversuche an Recha sind, so wenig vermögen sie doch zu verrichten gegen Nathans aufgeklärte, humane Lehrern, die noch dazu von der Autorität des über alles geliebten Vaters gestützt werden

· So vermag auch Rechas Neigung zu ihrem Retter keinen Augenblick den Adoptivvater aus ihrem Herzen verdrängen

· In ihrer Unschuld und Herzensreinheit, der Innigkeit ihrer Gefühls und der tugendhaften Ergebenheit in Gott ist dieses Kind ungeachtet ihrer Blutsabkunft die wahre geistig Tochter Nathans

· Nathan:

· Der weise Nathan begegnet uns als Repräsentant edler und reifer Gesinnung

· Er verkörpert auf vollkommen Weise das Humanitätsideal des 18. Jahrhunderts

· Lessing mag die Tatsache bewogen haben, seinen Helden Jude zu sein lassen, dass in seiner deutschen Gegenwart Menschen jüdischen Glaubens besonderer Abwertung ausgesetzt waren

· Die Weisheit Nathans entspringt aus Welterfahrung ebenso wie auf erfahrenem Leid

· Seine Handelsreisen haben ihn durch die Welt geführt

· Klugheit, praktischer Sinn, Menschenkenntnis und kaufmännische Tüchtigkeit sind die Wurzeln seines materiellen Erfolges









· So bleibt er nicht Bekenntnisfigur, erhoben in unerreichbarer Vollkommenheit, sondern begegnet uns im tätigen Leben als der Vertreter eines Standes: Nathan ist unverkennbar Kaufmann

· Die Leiderfahrung, der Verlust von Frau und Söhnen, hat ihn nicht zerbrochen, sondern erhoben

· Im bitteren Ringen mit sich selbst gelang er zu jenem Maße Gottergebenheit, das ihn zu menschlicher Vollkommenheit befähigt

· Nathan besitzt, die Kunst des echten Ringes, die Herzen zu gewinnen

· So sehr er auch Umsicht, Klugheit und selbst List bei der Verwirklichung seiner Pläne walten lässt, so sind doch alle seine Handlungen auf das Gute gerichtet

· Ergebenheit in den Willen Gottes lässt ihm schließlich selbst die Kraft zuwachsen, die über alles geliebte Tochter denen zuzuführen, die von früher her größeren Anspruch auf sie haben

· Nathans Weisheit ist die Wurzel seiner Güte

· Er ist in hohem Maße wohltätig, ohne nach dem Volke oder Der Religion der Hilfsbedürftigen zu fragen

· Recha erzieht er im Sinne der Vernunft

· Und vernünftig ist auch seine Anschauung der Religion, die in der Ringparabel auf so vollkommene Weise einsichtig wird

· In der Figur des Nathan erschuf Lessing ein Leitbild der Menschheitsentwicklung von erhabener Größe

 
 





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