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biologie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Die spinne (lat. araneae)





In Mitteleuropa gibt es 800 verschiedene Spinnenarten, manche davon können dem Menschen schaden. Die Hälfte aller Spinnen sind Jäger, die andern fangen ihre Beute mit Netzen, Fangtrichter oder Röhren. Spinnen fressen hauptsächlich Insekten. Sie sind keine sehr beliebte Tiere, denn die meisten Menschen ekeln sich vor ihnen. Sie gehören zu den nützlichsten Tieren, die wir kennen. Gäbe es keine Spinnen, müßten die Menschen wahrscheinlich verhungern, weil Insekten unsere Felder und Gärten kahlfressen würden. Wissenschaftler haben errechnet, daß in Mitteleuropa auf einer Fläche von 4000m² etwa 1,5 Millionen Spinnen leben, die in einem Sommer mindestens 1500 kg Insekten verspeisen. Das entspricht einer Anzahl von 75 Millionen Fliegen!!! Auf der Erde gibt es ungefähr 20 000 Spinnenarten. Die Spinnen atmen mit luftgefüllten Kanälchen, den Röhrentracheen.

Der Körperaufbau am Beispiel Kreuzspinne
Ihr Körper ist in nur zwei Teile gegliedert, dem Kopf-Brust Teil, der auch Prosoma, und dem Hinterleib, der auch Opisthosoma genannt wird. Sie haben acht Beine, die am Ende des Kopf-Brust Teil ansetzen und die alle in Haken und kammförmigen Klauen enden und sie besitzen meistens zwei paarige Kieferklauen und Kiefertaster unter den Augen mit denen sie die Beutetiere packen und töten. Die Kiefertaster tragen Sinnesorgane und Borsten, mit denen die Kreuzspinne ihre Beute überprüft. Die Kieferklauen sind am Ende spitz wie Nadeln. In ihnen münden die Ausführgänge von Giftdrüsen. Die meisten Arten haben zwei Reihen, mit je vier einfachen Punktaugen. Am Ende des Hinterleibs, auf der Bauchseite befinden sich sechs Spinnwarzen die Seide erzeugen. In ihnen sind etliche Drüsen, aus der eine klebrige oder trockene Flüssigkeit ausgeschieden werden kann. Daneben, leicht darunter, kann man zwei Atemöffnungen sehen. Ein Spinnfaden hat einen Durchmesser von 1/200 000 mm und ist ungewöhnlich leicht. Ein um die Erde gespannter Seidenfaden würde weniger als 200g wiegen. Der innere Bau zeigt, daß das Nervensystem der Spinne nur im Kopf-Brust Teil ist. Es ist wie beim Regenwurm das Strickleiternervensysten, doch hier ist es stärker verdichtet. Ein Darmrohr, dessen Vorderabschnitt wie eine Saugpumpe arbeitet, durchquert den ganzen Körper. Der Hinterleib enthält den Herzschlauch, die Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgane.


Die Jagd
Einige fangen ihre Opfer im Sprung, die Speispinne schleudert Strahlen von Leinfäden etwa 1 cm weit auf ein Insekt, so daß es am Boden kleben bleibt. Diese Art ist 4-5,5 cm lang und nicht sehr bekannt, weil sie in der Nacht jagt. Spinnen beißen ihre gefangenen Opfer mit den Kiefern und spritzen ihnen Gift ein. Manche umwickeln ihre Beute mit Seide und bringen sie in ihr Nest. Mehr als 100 mitteleuropäische Spinnenarten gehören zu der Familie der Baldachien- oder Deckennetzspinnen. Die meisten von ihnen sind nur 2-3 cm groß und schwarz, doch auch 6 cm lange Exemplare kommen bei uns vor. Die ausgewachsenen Baldachienspinnen sind im Spätsommer und Herbst bei uns häufig.

Die Balz und Fortpflanzung der Spinnen
Die Balz der Spinnen ist oft kompliziert. Einige Weibchen fressen ihre Partner auch auf, wie die aus Amerika stammende \"Schwarze Witwe\". Viele Männchen sterben bald nach der Paarung an Hunger / Schwäche, weniger durch Angriffe des Weibchens. Spinnenmännchen benutzen zur Paarung Kiefertaster, die Pedipalpen. Die meisten geben das Sperma auf ein kleines Spinnengewebe, das Spermanetz ab und saugen es in die Taster ein, die ähnlich wie eine Füllerpatrone wirken. Dann suchen sie sich eine Partnerin. Die Balz besteht bei einigen Arten aus optischen Signalen, bei anderen aus Berührungen des Weibchens. Auch kann das Netz des Weibchens vom Männchen in charakteristischer Weiße in Schwingungen versetzt werden. Spinnen haben an den Beinen Sinnesorgane, die für Schwingungen besonders empfindlich sind. Meistens zeigt das Weibchen durch rhythmisches Klopfen die Paarungsbereitschaft. Die Männchen führen dann ihre Pedipalpen (Kiefertaster) in die Samentaschen der Weibchen ein. Das Weibchen nimmt so viel Sperma auf, daß die Eier mehrerer Gelege befruchtet werden können. Die Befruchtung erfolgt, wenn die Eier einige Wochen nach der Begattung bei der Ablage an dem Sperma vorbeigleitet. Die Zahl der Eier schwankt von 2 - 1000 bei den verschiedenen Arten. Sie sind in einem Kokon eingesponnen. Die Weibchen vieler Arten bewachen ihn, bis die Jungen ausschlüpfen. Manche Weibchen tragen das Eipaket auch mit sich herum. Im Kokon schlüpfen die Jungspinnen. Einige Tage danach häuten sie sich zu richtigen Spinnen mit Augen, Spinndrüsen und Krallen an den Enden ihrer Beine. Dann zerstreuen sie sich. Jede Spinne klettert an die Spitze eines Grashalms oder Pflanzenblatts und spinnt dort einen einzelnen Seidenfaden. Der wird schließlich vom Wind erfaßt und mit der Spinne davon- getragen. Bis sie ihre volle Größe erreicht haben, häuten sich Spinnen je nach Art drei- bis zehnmal. Die meisten Spinnen leben ein Jahr. Die länger lebenden häuten sich alljährlich, um ihr beschädigtes Außenskelett zu erneuern.


Das Alter der Spinne
Die Klasse der Arachnida, zu der die Spinnen gehören, zählt zu den Ältesten Tierklassen der Erde; ihre Geschichte reicht 350 Millionen Jahre zurück. Ihren Namen trägt diese Tiergruppe nach einer Figur aus der griechischen Mythologie: Der Jungfrau Arachne, die die Göttin Athene zu einem Wettkampf im Weben herausforderte und in eine Spinne verwandelt wurde.

Die Meinung, Spinnen hören gern Musik, ist ein Aberglaube. Es ist richtig, daß eine Spinne erregt wird, wenn die von einem Musikinstrument hervorgerufenen Schwingungen ein Spinnennetz zum Zittern bringen, doch bewirkt jede andere Schwingung das gleiche. Die Spinne glaubt dann, die Bewegung würde durch das Zappeln eines im Netz gefangenen Beutetiers hervorgerufen.

 
 




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